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Hewlett-Packard im Aufwind

Während die Konkurrenz über den Preisverfall im PC-Geschäft jammert, beeindruckt Hewlett-Packard mit guten Quartalszahlen und einem positiven Ausblick. Lediglich der massive Stellenabbau trübt das positive Gesamtbild.

Während die Konkurrenz über den Preisverfall im PC-Geschäft jammert, beeindruckt Hewlett Packard mit guten Quartalszahlen und einem positiven Ausblick. Lediglich der massive Stellenabbau trübt das positive Gesamtbild.

Von Stefan Eichner

Die gute Entwicklung im Hardware-Geschäft hat dazu geführt, dass der US-Computerhersteller im abgelaufenen Quartal sowohl beim Gewinn als auch beim Umsatz die Markterwartungen übertreffen konnte.

Wie Hewlett-Packard (HP) gestern nach US-Börsenschluss bekannt gab, legte der Umsatz von 18,9 Milliarden Dollar im Vorjahr auf 20,8 Milliarden Dollar zu. Vor Sonderposten erzielte der Konzern einen Gewinn je Aktie von 36 Cent - im Vergleichszeitraum des Vorjahres standen lediglich 24 Cent zu Buche.

Die von Thomson First Call befragten Markt-Experten hatten Hewlett-Packard im Schnitt nur einen Umsatz von rund 20,5 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 31 Cent je Anteilsschein zugetraut.

Starke Sparten

Insgesamt konnten sich alle Geschäftsbereich im Berichtszeitraum deutlich verbessern. So steuerte die Druckersparte IPG - nach wie vor der rentabelste Bereich des Konzerns - 771 Millionen Dollar zum operativen Gewinn bei. Die operative Marge legte von 12,7 Prozent auf 13,0 Prozent zu.

Besonders erfreulich sieht die Entwicklung der PC-Sparte PSG aus: Acht Prozent mehr Umsatz (6,4 Milliarden Dollar) als im Vorjahr konnte Hewlett Packard dank der starken Nachfrage nach Notebooks einfahren. Der operative Gewinn stieg in der Folge um mehr als das Siebenfache auf 163 Millionen Dollar.

Der Umsatz im Hardwaresektor ESS - hier ist das Geschäft mit Servern und Datenspeicherprodukten zusammengefasst - stieg im Vorjahresvergleich um 20 Prozent auf 4,0 Milliarden Dollar. Wichtiger als der Umsatzanstieg ist jedoch die Tatsache, dass der US-Konzern nach einem Verlust von 211 Millionen Dollar im dritten Quartal 2004 nun einen operativen Gewinn von 150 Millionen Dollar erwirtschaften konnte.

Guter Ausblick

Für das laufende Quartal geht HP von einem Umsatz zwischen 22,4 bis 22,8 Milliarden Dollar und einem Gewinn je Aktie von 44 bis 47 Cent (vor Sonderposten) aus. Die Analysten hatten im Schnitt nur 43 Cent Gewinn pro Aktie bei einem Umsatz von 22,673 Milliarden Dollar Umsatz gerechnet.

Ein Wermutstropfen ist hingegen die außerordentliche Belastung von 900 Millionen Dollar nach Steuern (22 Cent pro Aktie), die auf den Konzern angesichts der massivern Stellenstreichungen zukommen: Hewlett Packard hatte angekündigt, in den nächsten 18 Monaten insgesamt 14.500 Arbeitsplätze zu streichen.

Die Börsianer lassen sich davon heute nicht abschrecken, die Aktie klettert in Frankfurt bis 12.30 Uhr um 6,2 Prozent auf 20,50 Euro.

 

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