Hewlett-Packard
- Martin Weiß - Leitender Redakteur

Hewlett-Packard: Vom Hoffnungsträger zum Ladenhüter

Es sollte ein Schlag gegen den mächtigen Konkurrenten Apple werden: HPs brandneues TouchPad. Doch statt zum Megaseller entwickelt sich der Tablet-PC für den Konzern zum Mega-Albtraum. Der Einzelhandel probt den Aufstand.

Schickes Design, schnelle CPU und ein nutzerfreundliches Betriebssystem: Wie ein Tablet-PC aussehen muss, um beim Publikum anzukommen und damit zum Verkaufsschlager zu werden, ist bekannt. Offensichtlich gelingt es mit Ausnahme von Apple und vielleicht noch Samsung aber niemandem, aus den Zutaten ein vernünftiges Rezept zu machen. Jüngstes Beispiel: das TouchPad von Hewlett-Packard. Die Kritiken zur Markteinführung waren durchwachsen, jetzt liegt das Gerät wie Blei in den Regalen der Einzelhändler.

Miese Verkaufszahlen, enormer Imageschaden

Wie der US-Dienst Business Insider (BI) berichtet, sitzt die Elektronikkette Best Buy, die amerikanische Version von Media Markt, Saturn und Co, auf 200.000 unverkauften TouchPads. Die verstopfen jetzt die Lager, deshalb will sie der Handelsriese lieber heute als morgen wieder loswerden.

Die eleganteste Lösung: HP nimmt die Fuhre zurück. Beim Computerriesen, der weltweiten Nummer 1 bei PCs und Druckern, sei man alles andere als erfreut, heißt es weiter. Der Imageschaden wäre enorm. BI zufolge soll ein Unterhändler von HP nun versuchen, den Vertriebspartner vor Ort zu überzeugen, die Ware zu behalten.

Ob dies gelingt, ist fraglich. Obwohl die ursprünglichen Verkaufspreise für das TouchPad (16/32 Gb) bereits um 100 Dollar reduziert wurden, finden sich kaum neue Käufer.

Der Flop, der sich beim TouchPad abzeichnet, könnte jetzt eine Diskussion anheizen, ob Hewlett-Packard überhaupt die richtige Strategie für den schnell wachsenden Mobile-Markt verfolgt.

Die HP-Aktie dürfte damit weiter unter Druck bleiben, zumal der Konkurrent Dell am Dienstag schwache Quartalszahlen und einen enttäuschenden Geschäftsausblick veröffentlicht hat. Hewlett-Packard selbst meldet seine Q3-Zahlen (Quartal endete am 11.Juli) am Donnerstagabend.

Analysten rechnen im Schnitt mit Umsatzerlösen von 31,2 Milliarden Dollar und einem Gewinn (vor Sonderfaktoren) von 1,09 Dollar je Aktie.

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