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Hewlett-Packard - zurück zu alter Stärke

Der Computerhersteller Hewlett-Packard droht den Anschluss an die Konkurrenten Dell Computer und IBM zu verlieren. Der neue Vorstandschef Mark Hurd soll den Konzern jetzt an die Spitze zurückführen. Notfalls auch mit drastischen Maßnahmen.

Der Computerhersteller Hewlett-Packard droht den Anschluss an die Konkurrenz zu verlieren. Der neue Vorstandschef Mark Hurd soll den Konzern jetzt an die Spitze zurückführen. Notfalls auch mit drastischen Maßnahmen.

Von Martin Weiß

Die Börse hat sich bereits entschieden: Mark Hurd, der Nachfolger von Carly Fiorina als CEO bei Hewlett-Packard (WKN 851 301), ist genau der richtige Mann am richtigen Platz und wird dem Unternehmen zu altem Glanz verhelfen. Die Nachricht von der Verpflichtung des Managers katapultierte den Aktienkurs schon am Dienstag um mehr als zehn Prozent in die Höhe und am Mittwoch ging es weiter bis auf 22 Dollar. Der Titel erreichten damit den höchsten Stand seit Juni 2004.

Nicht mit Fiorina zu vergleichen

Die Vorschusslorbeeren für Mark Hurd sind verständlich, gilt der Ex-Vorstandschef von NCR als ausgesprochen erfolgreicher Sanierer. Gleichzeitig dürfte es die Mehrzahl der Anleger gefreut haben, dass mit dem Neuen zwar ein anerkannter Fachmann am Ruder steht, aber eben kein Machtmensch. Und damit das genaue Gegenteil von Carly Fiorina. Die HP-Chefin war eine der wenigen mächtigen Frauen an Wall Street und vielen Investoren ganz einfach zu glatt - zu sehr PR-Profi in eigener Sache, zu wenig Firmenchefin mit Vision und Draht zur Basis. In den letzten Monaten ihrer Amtszeit hatten ihr Kritiker zudem auf fachlicher Ebene vorgeworfen, dass sie sich nach der Fusion mit Compaq Computer zu wenig um eine schnelle Kostensenkung gekümmert habe.

Zerschlagung nicht ausgeschlossen

Während seines ersten öffentlichen Auftritts vor der Finanzpresse wollte Hurd die Abspaltung bestimmter Firmenteile nicht ausschließen. Jedoch sieht es der neue Vorstandschef als seine dringlichste Aufgabe an, das Unternehmen in seiner jetzigen Form auf Vordermann zu bringen. "Hewlett-Packard ist einer der wenigen Konzerne, der die hohen Anforderungen an ein Weltunternehmen erfüllt", so Hurd. Kurzfristig sehe er daher keine Veranlassung zu drastischen Maßnahmen. Erst einmal gilt es die Konkurrenz auf Abstand zu halten und die eigene Spitzenposition zu sichern. So arbeitet der Direktvermarkter Dell Computer wesentlich effektiver und damit kostengünstiger. HP nutzt zwar ebenfalls seine Online-Präsenz zum Vertrieb, verlässt sich größtenteils aber immer noch auf den Einzelhandel - das kostet Renditepunkte. In der Servicesparte liegt HP mit IBM im Clinch. Big Blue, wie der Konzern an Wall Street auch genannt wird, verfügt über jahrzehntelange Erfahrung im Beratungsgeschäft und gilt zudem als extrem innovativ.

Kosten runter, Gewinne rauf

Es gibt also jede Menge für Hurd zu tun. Dazu zählt auch, die Bilanz möglichst zügig aufzupolieren. Im ersten Quartal 2005 (bis Ende Januar) lag der Gewinn mit 0,37 Dollar pro Aktie zwar über den Erwartungen der Analysten. Und auch beim Umsatz gab sich das Unternehmen mit 21,5 Milliarden Dollar keine Blöße. Bei den Wachstumsraten und der Profitabilität hinkt HP den Konkurrenten aber weit hinterher. Und genau hier will Hurd ansetzen. "Ich werde mir jeden Bereich des Unternehmens genau ansehen, insbesondere auch in Hinblick auf die Rentabilität." Mit dieser einfach klingenden Strategie - durch Kostensenkungen den Gewinn steigern - war Hurd schon bei NCR erfolgreich.

Fazit: Der Aktienkurs enthält einiges an Vorschusslorbeeren, ist aber noch nicht zu hoch. HP weist auf Basis der für 2006 erwarteten Gewinne ein KGV von 13 auf, Dell Computer eines von 21 und IBM eines von 16. Gelingt es Hurd seine Strategie umzusetzen, dann sollte sich der Bewertungsunterschied deutlich verringern.

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