Tesla
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Heute wird es ernst: VW greift hiermit direkt das Tesla Model 3 an

Elon Musk hatte immer gesagt: Wir freuen uns darauf, wenn auch andere Hersteller endlich Elektroautos anbieten. Heute ist es soweit: „Die Attacke auf Tesla wird real“, titelt etwa Bloomberg. Denn Volkswagen startet in Europa das (von Tesla abgeguckte) Pre-Booking für das erste Modell seiner vollelektrischen ID. Familie, den ID.3. Für 1.000 Euro kann man sich eine auf 30.000 Stück limitierte Sonderedition sichern – diese hat eine Reichweite von 420 Kilometern (WLTP) und kostet „unter 40.000 Euro“.

Später wird dann „unter 30.000 Euro“ noch eine Basisversion angeboten. Von der ID-Familie sollen rund 100.000 Stück pro Jahr verkauft werden – so viele wie sich Model S und X bisher kombiniert pro Jahr verkauft haben. Mit den anderen Konzernmarken könnte VW ab 2020 bis zu 500.000 Stück Elektroautos pro Jahr erreichen und Tesla einholen. Die Produktion startet Ende 2019. Die ersten Fahrzeuge würden Mitte 2020 ausgeliefert.

Ein schickes Auto – doch vielleicht zu glatt, das Model 3 wirkt sportlicher und gestreckter. Vorteil der Deutschen: Viel Erfahrung mit dem Bau hochqualitativer Autos und die Möglichkeit, viele Synergieeffekte im Konzernverbund zu heben. VW hat in einer Disziplin jedoch noch das Nachsehen: Während gerade zur Vorstellung des Model 3 die Euphorie der Kunden alle Erwartungen getoppt hatte, startet VW verlgeichsweise leise – die Menschen sind nach dem Diesel-Skandal noch skeptisch, ob sie den Erfinder des Käfers und dem Golf eine 2. Chance im Elektrozeitalter geben.

VW alleine wird nicht stark genug sein, Tesla ernsthaft anzugreifen und zu schaden. Doch die Vielzahl der Elektroauto-Initiativen über quasi alle Autohersteller hinweg wird zur großen Bewährungsprobe für Tesla.

Florian Söllner ist gestern AKTIONÄR TV auf die Risiken im Chart sowie auf die Rebound-Chancen für Zocker eingegangen:

 

Hinweis auf mögliche Interessenskonflikte:

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Tesla.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Christian Schicht -
    .... ob sie den Erfinder des Käfers und dem Golf eine 2. Chance im Elektrozeitalter geben.
  • W. S. -
    Autos werden normalerweise gebaut um damit Geld zu verdienen. Beim Model 3 von Tesla ist von 20% die Rede, beim e-tron von 0%. Gibt es Schäzungen für die VW Stromer?
  • Thomas Flügel -
    Ich muss beruflich als Firmenwagen VAG-Produkte fahren...das ging auch immer sehr gut. Jedoch werde ich mich privat damit nie anfreunden. VW hat Kriminelles geleistet! Und außer Sprechblasen bisher nichts geliefert. Prospektangaben und eine unverschämte Preispolitik sollten kaum überzeugen können. Tesla wird angreifbar, aber sicher in der ersten Liga mitspielen und weiterhin den Ton angeben. Ich wünsche es ihnen.
  • Peter Janka -
    Hoffentlich können die 420 km mit einer Batterieladung auch unter Normalbetrieb erreicht werden. Beim Audi Etron wurden statt den 420 km dann nur noch rund 250 km bis die Batterien leer waren. Die 420 km berechneten sich bei Stadtfahrten und 30 Grad Außentemperatur bei ausgeschalteter Klimaanlage.
  • Titus T -
    Pre-Booking gab es zu anderen Zeiten und in anderen Ländern bereits und teils scheinen die Lieferzeiten zwischen Tesla und Trabant ähnlich zu sein.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Florian Söllner | 0 Kommentare

Twitter-Tod von Elon Musk - Tesla-Aktie feiert

Was wäre die Welt ohne die Kombination von Elon Musk und seinem Twitter-Account - auf jeden Fall sehr viel langweiliger. Für Schlagzeilen sorgt der Tesla-Chef nun mit der Ankündigung, seinen Account zu löschen. Vorrausgegangen war ein umstrittener Tweet von ihm, in dem er den Tesla-Gründer Martin … mehr