DAX
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Heute Fed-Sitzung: Impulse für DAX?

Von der Zinssitzung der amerikanischen Notenbank Fed an diesem Mittwoch (30. Juli) erwarten Analysten keine allzu großen Überraschungen. Die Fed dürfte den vor einem halben Jahr eingeschlagenen Kurs fortsetzen und ihr Wertpapierkaufprogramm weiter verringern. Erwartet wird eine Reduzierung des monatlichen Kaufbetrags um 10 Milliarden auf 25 Milliarden US-Dollar. Im Oktober dürften die zur Konjunkturbelebung aufgelegten Käufe komplett eingestellt werden, wie Fed-Chefin Janet Yellen unlängst erklärte. Spätestens im Herbst werde die Debatte über Zeitpunkt, Geschwindigkeit und Umsetzung der Zinswende voll einsetzen, heißt es von Bankvolkswirten.

Die derzeitige Kaufrunde ist bereits die dritte seit der Finanzkrise 2008. Geht die Federal Reserve wie angekündigt vor, wird sie Ende Oktober private und öffentliche Wertpapiere im Umfang von 3 800 000 000 000 (3,8 Billionen) Dollar in ihren Büchern stehen haben. In der Folge wird sich die Bilanzsumme der Fed von rund 800 Milliarden Dollar vor der Krise auf etwa 4,4 Billionen Dollar verfünffacht haben. Dieser Betrag entspricht gut einem Viertel der jährlichen Wirtschaftsleistung der USA - verglichen mit rund fünf Prozent vor der Krise.

Anders sieht es mit der Zinspolitik aus: Der Arbeitsmarkt erholt sich in großen Schritten, die Inflation hat angezogen. Der Einbruch der Wirtschaft zu Jahresbeginn dürfte dem strengen Winter geschuldet gewesen sein und im zweiten Quartal aufgeholt werden. Selbst Notenbanker mit einer lockeren Ausrichtung ("Tauben") stellen nicht in Frage, dass die erste Zinsanhebung seit Juni 2006 näher rückt. Differenzen gibt es jedoch über Beginn und Tempo der Straffung: Für Ende 2015 reichen die Zinsprognosen der Fed-Mitglieder von 0,25 bis 3,0 Prozent, für Ende 2016 liegen sie noch weiter auseinander. Allerdings haben sich zuletzt immer mehr Notenbanker offen für eine zeitnahe Zinsanhebung gezeigt.

Die Finanzmärkte scheinen davon aber noch wenig wissen zu wollen: Die Kursschwankungen an den Börsen sind so gering wie selten, die Anleiherenditen am US-Markt zeigen nur wenig Regung. Beobachter warnen deshalb, dass die Geschwindigkeit der Zinswende unterschätzt werden könnte. Zurzeit rechnen die meisten Analysten mit einem ersten Zinsschritt frühstens Mitte 2015. Die Volkswirte der Commerzbank sind anderer Ansicht: "Die Fed dürfte bereits im Frühjahr 2015 eine erste Zinserhöhung beschließen." Sollte die Zinsdebatte im Herbst Fahrt aufnehmen, könnten sich die Schwankungen an den Börsen und die US-Renditen spürbar erhöhen, schätzt Commerbank-Experte Bernd Weidensteiner.

Abwarten
Der im DAX-Check empfohlene Turbo-Put-Optionsschein mit der WKN CC0 734 wurde gestern mit dem Sprung über die Marke von 9.680 Punkten glattgestellt. Anleger warten vor einem erneuten Investment nun ein klares Signal ab. 

 

(Mit Material von dpa-AFX)

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