- Thomas Bergmann - Redakteur

Hess AG: Nächstes IPO in den Startlöchern

Nach Talanx hat sich der nächste Börsenneuling angekündigt. Die Hess AG, einer der international etablierten Hersteller von Außen- und Architekturbeleuchtung, will am 19. Oktober in den Prime Standard. Die Zeichnungsfrist für die Aktien beginnt heute.

2,3 Millionen Aktien werden von heute an bis zum 17. Oktober zur Zeichnung angeboten. Die Preisspanne liegt zwischen 20 und 23 Euro. Der strategische Investor HPE Pro Institutional Fund gibt zum IPO (Initial Public Offering) keine Stücke ab, lediglich die Hauptaktionärin Hess Grundstücksverwaltungs GmbH bietet eine Mehrzuteilungsoption für 345.000 Stücke an.

LED-Pionier

Die Hess AG stellt Außen- und Architekturbeleuchtung auf Basis von LED-Technologie her und ist auf diesem Gebiet nach eigenen Angaben einer der Pioniere. Im Geschäftsjahr 2011 setzte der Konzern 68,1 Millionen Euro um und verdiente dabei 5,6 Millionen Euro vor Zinsen und Steuern (EBIT). In den ersten sechs Monaten dieses Jahres gelang eine Umsatzsteigerung von rund 39 Prozent.

Mit dem IPO würde Hess zwischen 46,0 und 52,9 Millionen Euro brutto einnehmen. Das Geld soll sowohl für organisches Wachstum als auch für Zukäufe herhalten. Strategischer Schwerpunkt ist dabei der stark wachsende LED-Weltmarkt im Bereich Allgemeine Beleuchtung, dem zwischen 2011 und 2020 eine durchschnittliche jährliche Zuwachsrate von über 30 Prozent vorausgesagt wird. Hess will den internationalen Vertrieb ausbauen und opportunistische Beteiligungen oder Übernahmen nutzen.

Christoph Hess, CEO der Hess AG, sieht erhebliches Wachstumspotenzial in Europa, Asien, Naher Osten und Nordamerika: "Auf all diesen Märkten wird energieeffiziente Beleuchtung immer stärker nachgefragt. Der geplante Börsengang unterstützt uns ganz entscheidend dabei, an dieser LED-Revolution zu partizipieren."

100 Millionen Euro Marktwert

Am unteren Ende der Preisspanne würde die Gesellschaft rund 100 Millionen Euro auf die Börsenwaage bringen und damit mit dem einfachen Umsatz für 2012 bewertet werden. Aixtron, das die Maschinen zur LED-Herstellung liefert, kommt im Vergleich auf ein KUV von 2 für 2013.

Luft nach oben

Der Beleuchtungsmarkt steht zweifelsohne vor einer Revolution. Blickt man aber auf den Kurs von Aixtron, wird man den Eindruck nicht los, dass die Zeit dafür noch nicht reif ist. Die preisspanne erscheint aber moderat ausgewählt, sodass der Börsengang - zumindest am unteren Ende der Preisspanne - auch erfolgreich über die Bühne gehen kann. Wer investieren will, sollte aber die ersten Handelstage abwarten.

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