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- DER AKTIONÄR

Hereinspaziert

Kein Zutritt für Banken und Fonds. Wo viele institutionelle Investoren wegen geringer Handelsvolumina außen vor bleiben müssen, fängt für Privatanleger der Spaß erst richtig an: bei niedrig kapitalisierten und marktengen Nebenwerten. Gerade unter diesen weniger beachteten Aktien versteckt sich so mancher Geheimtipp, zu dem zu große Portfolios einen Zugang haben.

Small Caps im Aufwind. Innotec TSS, Synaxon, Curasan, Cinemedia und die Deutsche Grundstücksauktionen stehen vor weiteren Kurssteigerungen.

Kein Zutritt für Banken und Fonds. Wo viele institutionelle Investoren wegen geringer Handelsvolumina außen vor bleiben müssen, fängt für Privatanleger der Spaß erst richtig an: bei niedrig kapitalisierten und marktengen Nebenwerten. Gerade unter diesen weniger beachteten Aktien versteckt sich so mancher Geheimtipp, zu dem zu große Portfolios keinen Zugang haben.

Krise gemeistert

Durch die Türen der Innotec TSS AG kommt hingegen jeder. Der Hersteller von Türsystemen und Bauspezialwerten stand noch vor zwei Jahren auf der Kippe. Mittlerweile hat Innotec TSS die Krise hinter sich gelassen und sich zu einem Wachstumswert aufgeschwungen. 2006 legte der Konzernüberschuss aufgrund der florierenden Baubranche um 28 Prozent auf 4,7 Millionen zu. Selbst nach dem knapp 500-prozentigen Anstieg seit der Erstempfehlung vom AKTIONÄR in Ausgabe 21/2005 ist die Aktie noch günstig bewertet, in einem intakten Aufwärtstrend und spekulativ kaufenswert.

Aufgrund einer Dividendenrendite von starken sechs Prozent ist das Papier der Synaxon AG selbst weniger risikobereiten Anleger zu empfehlen. Beim Franchise- und Einkaufspartner für IT-Händler läuft es wieder rund. Allein auf der CeBIT konnte Synaxon 20 neue Partner gewinnen. Finanzvorstand Mark Schröder sprach im Gespräch mit dem AKTIONÄR von einer insgesamt „gesunden Nachfrage“ zum Jahresbeginn. Bereits im vierten Quartal 2006 waren die Gewinne wegen der Aufgabe der unrentablen Österreich-Aktivitäten auf 0,30 Euro je Aktie (Gesamtjahr: 0,44 Euro) nach oben geschnellt. DER AKTIONÄR geht davon aus, daß die offizielle Gewinnprognosen von 0,40 Euro für 2007 zu konservativ ist. Bei einem Ausbruch über 6,50 Euro ist die Aktie zudem unter charttechnischen Aspekten ein klarer Kauf.

Explosives Gemisch

Auch in das Papier der Curasan AG kommt wieder Bewegung. Der Spezialist für regenerative Medizin hat im April hochbrisante Post verschickt: Angebote an große US-Pharmariesen für den Verkauf des firmeneigenen Knochenklebers. Allein eine Veräußerung dieser Innovation könnte mehr in die Firmenkasse spülen, als die gesamte derzeitige Marktkapitalisierung. Für Zündstoff sorgt auch diese Aussage des Firmenchefs gegenüber dem AKTIONÄR: „Wir haben noch weitere Assets, die einzeln betrachtet mehr Wert sind als das Unternehmen.“ Der Kernbereich, der Verkauf von Zahn-Implantatesystemen, ist noch unprofitabel. Daher ist der sehr chancenreiche Titel nur risikobewussten Anlegern ans Herz zu legen.

Die Cinemedia AG ist hingegen hochprofitabel. Die auf die Nachbearbeitung von Kino- und Fernsehfilmen spezialisierte Firma hat selbst dem Oscar-prämierten Film „Das Leben der Andereren“ den letzten Schliff gegeben. 2006 stieg der operative Gewinn um 73 Prozent auf 5,2 Millionen Euro. Vorstandschef Christian Sommer verriet dem AKTIONÄR, dass auch der Start ins neue Jahr gut verlaufen ist. Der deutsche Marktführer für die Herstellung von Kinokopien ist angesichts eines 2008er-KGVs von 8 günstig zu haben.

Wer es klein, aber trotzdem solide mag, kann Aktionär der Deutschen Grundstücksauktionen werden. Nicht schwer zu erraten, dass die Berliner ihr Geld mit der Versteigerung von Immobilien verdienen. Alleine auf den Frühjahrsauktionen wurden 630 Objekte vermittelt, die Provisionseinnahmen waren 16 Prozent höher als im Vorjahr. Die quasi schuldenfreie Gesellschaft gibt die Gewinne fast komplett an die Anteilseigner weiter – die Dividendenrendite liegt daher bei über fünf Prozent. Fantasie schafft der Ausbau der Internetaktivitäten.

Breites Spektrum

Kleine deutsche Aktien sind nicht zwangsläufig risikoreich. Die Deutsche Grundstücksauktionen und Synaxon glänzen sogar mit Dividendenrenditen von über fünf Prozent. Aber natürlich geht es wie bei Cinemedia, Innotec TSS und insbesondere Curasan auch einen Schuss spekulativer. Dafür sind die Chancen viel höher. So könnte nur eine positive Meldung beim Biotech-Spezialisten Curasan jederzeit für deutlich zweistellige Kurszuwächse sorgen.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 18/2007.

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