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Henkel - "Porentief rein"

Henkel hat hervorragende Zahlen für das dritte Quartal präsentiert. Die Folge: Viele Börsianer erwarten nach dem Umsatzsprung nun einen Kurssprung. Einen ersten Vorgeschmack gibt es bereits heute.

Henkel hat hervorragende Zahlen für das dritte Quartal präsentiert. Die Folge: Viele Börsianer erwarten nach dem Umsatzsprung nun einen Kurssprung. Einen ersten Vorgeschmack gibt es bereits heute.

Von Steffen Eidam

Was verbindet die Produkte "Der General", "Weißer Riese", "Persil" oder auch "Fa" miteinander. Genau. Alle Produkte haben einen hohen Bekanntheitsgrad und auf jedes einzelne lässt sich der Slogan "Porentief rein" projezieren. "Porentief rein" ist auch die Bilanz von Henkel, dem Hersteller dieser Haushaltsmittel. Trotz der Kaufzurückhaltung in Deutschland gelang es dem Düsseldorfer Unternehmen, Umsatz und Gewinn im dritten Quartal deutlich zu steigern.

Weit über den Prognosen

Der Konsumgüterhersteller generierte im dritten Quartal 2005 einen Umsatzsprung von 13,2 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro, gleichzeitig kletterte der Quartalsüberschuss um 7,7 Prozent auf 195 Millionen Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich auf 300 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr 2005 räumt das Management nun eine kräftige Steigerung des Betriebsergebnisses ein. Erfreulich: Das aktuelle Ergebnis übertraf die Schätzungen der befragten Analysten, die im Schnitt einen Betriebsgewinn von 291 Millionen Euro und einen Umsatz in Höhe von drei Milliarden vorhergesagt hatten.

Nordamerika stark, Deutschland schwach

Vielen Unkenrufen zum Trotz beweisen sich die Zukäufe aus dem vergangenen Jahr als echte Verstärkung für Henkel. In der Region Nordamerika, wo Henkel 2004 den Konsumgüterhersteller Dial und den Dichtstoffhersteller Sovereign übernommen hatte, stieg der Umsatz um 32,1 Prozent auf 772 Millionen Euro zu. Noch besser: Das EBIT "explodierte" von 56 auf 107 Millionen Euro. Mittlerweile fahren die Düsseldorfer ein Viertel des Umsatzes und mehr als ein Drittel des Betriebsergebnisses in den USA und Kanada ein. Das ist auch gut so, denn auf dem umkämpften deutschen Markt ist derzeit nicht viel zu holen: Konnte der Umsatz zumindest auf dem Niveau des Vorjahres nahezu stabilisiert werden, so sank das Ebit hierzulande von 218 auf 203 Millionen Euro.

Alle Bereich im Plus

Ein glücklicher Henkel-Chef Ulrich Lehner äußérte: "Ich freue mich über ein ausgezeichnetes drittes Quartal, das von einer sehr erfreulichen Entwicklung aller unserer Unternehmensbereiche getragen wurde", Herauszuheben wären die Klebstoffsparte, die einen Umsatzanstieg um mehr als 20 Prozent vorweisen kann und der Bereich "Technologies", der sein Ebit um 25,9 Prozent auf 86 Millionen Euro steigerte. Das Management bekräftigt zudem seine Jahresprognose einer um Wechselkurseffekte bereinigten Steigerung des betrieblichen Ergebnisses "im hohen Zehnprozentbereich". Der Umsatz soll ohne Zukäufe um 3 bis 4 Prozent zulegen.

Aktie interessant

Von Analystenseite wird die Henkel-Aktie derzeit mit viel Lob überschüttet. Neben MM Warburg, die ihre "Buy"-Einschätzung mit Kursziel von 83 Euro bestätigen, bekräfitigt auch die Landesbank Rheinland-Pfalz ihr "Outperformer"-Votum mit der Begründung eines "sehr starken Quartals". Von Sal. Oppenheim gibt es gar eine Heraufstufung von "Neutral" auf "Buy". Die Aktie von Henkel führt am frühen Nachmittag die Gewinnerliste des DAX mit einem Zugewinn von 3,9 Prozent auf 75,45 Euro an.

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