ABB
- Michel Doepke - Volontär

Heißer Herbst bei ABB: Großaktionär fordert Abspaltung

Der Druck auf die Konzernleitung des Elektrokonzerns ABB nimmt zu: Der schwedische Investor Cevian Capital fordert die Abspaltung der Stromnetzsparte der Schweizer. Anschließend soll dieser Bereich separat an die Börse gebracht werden.

Investor macht Druck

Das ABB-Management prüft seit längerem die Konzernstrukturen, beabsichtigt jedoch keine Zerschlagung. Doch nun meldet sich mit dem schwedischen Investor ein Großaktionär von ABB in der Zeitung „Svenska Dagbladet“ zu Wort.

Laut Investor Cevian, der 5,4 Prozent der Anteile hält, entsteht bei einer Zerlegung des Konzerns ein Mehrwert für die Aktionäre. Der aktivistische Investmentfonds beziffert nach einer Aufspaltung den eigentlichen Wert einer ABB-Aktie auf mindestens 35 Franken – aktuell notieren die Papiere bei gut 21 Franken. Zudem fordert Cevian eine anschließende Notierung der Stromnetzsparte an den Börsen in Zürich und Stockholm.

Der größte ABB-Aktionär Investor AB mit einem Anteil von gut zehn Prozent steht hinter Führungsriege vom Schweizer Konzern. Spannend wird es am 04. Oktober 2016: Auf der anstehenden Investorenkonferenz will sich ABB zu dem Vorschlag einer Abspaltung äußern.

Die Stromnetz-Sparte macht über ein Viertel der Gesamtumsätze von ABB aus und erhielt zuletzt einen Großauftrag aus Deutschland in Höhe von 35 Millionen Dollar. Dabei wird ein Umspannwerk in Offenburg modernisiert. Die Sparte brummt, doch Cevian reicht das nicht aus.

 

Aktie unbeeindruckt auf Kurs

Trotz des Vorstoßes von Großinvestor Cevian Capital bleiben die Papiere vom Elektronikkonzern ABB auf Kurs. Die AKTIONÄR-Empfehlung aus Heft 33/16 liegt bereits knapp vier Prozent im Plus und markierte vor kurzem ein neues Jahreshoch. Außerdem ist die Aktie mit einem KGV von 17 für das kommende Jahr günstig bewertet – fundamental und charttechnisch spricht also nichts gegen einen Einstieg bei ABB.


 

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