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- Markus Horntrich - Chefredakteur

Heiße 100-Prozent Chance? conVISUAL-Vorstand setzt hohe Ziele

conVISUAL gehört als Agentur zu den Pionieren im wachsenden Markt für Mobile Business Solutions. Nach der Neuausrichtung im Jahr 2013 will die Gesellschaft jetzt mit einem Software-as-a-Service-Modell durchstarten. Mit Rohertragsmargen von über 90 Prozent soll das Lizenzgeschäft die Gewinne sprudeln lassen. DER AKTIONÄR traf conVISUAL-Vorstand Peter Hofbauer zum Exklusivinterview.

Herr Hofbauer, könnten Sie unseren Lesern bitte kurz erläutern, welche Dienstleistungen conVISUAL konkret anbietet und wie Sie sich von Ihren Wettbewerbern absetzen?

Peter Hofbauer: Seit der Gründung im Jahr 2000 gehört die Agentur zu den Pionieren im stark wachsenden Markt für mobile Lösungen, speziell im Bereich Mobile Web, Mobile Apps, Mobile Commerce und Mobile CRM, aber auch immer stärker mit übergreifend digitalen Themen. Mit langjähriger Erfahrung bieten wir unseren Kunden Unterstützung bei der Entwicklung ganzheitlicher Mobile-Strategien – von der Beratung und Kreation über die technische Umsetzung bis hin zu Betrieb und Erfolgsmessung: „Plan – Build – Run – Analyze“. Damit decken wir die gesamte Wertschöpfungskette ab und das differenziert uns deutlich von unseren Wettbewerbern, die Kunden meist nur in Teilbereichen begleiten können.

Im vergangenen Jahr hat sich conVISUAL strategisch neu fokussiert. Die Geschäftsbereiche Mobile Advertising und SMS-Ticketing wurden nicht fortgeführt, im Gegenzug hat die Gesellschaft die Assets der Lucy Marx GmbH Österreich erworben. Ist Ihre strategische Neuausrichtung damit abgeschlossen?

Der Fokus auf Mobile Business Solutions ist eine wesentliche Entwicklung, die vor allem 2013 vollzogen wurde. In diesem Jahr ist es uns gelungen, viele entscheidende Themen in Form von Kundenprojekten auszubauen, dazu haben auch die Assets von Lucy Marx deutlich beigetragen:
mobile Kundenbindungsprogramme, mCommerce-Lösungen und die Bereiche Personalisierung und Targeting sind weitere Bausteine, die unser umfangreiches Portfolio im Projektgeschäft ergänzen.
Ein entscheidender zweiter Teil unserer Neuausrichtung ist der Ausbau des Produktgeschäfts und die Entwicklung von Software as a Service (SaaS)-Angeboten. Hier konnten wir mit der Vertriebs-App „Sales Wizard“ bereits bedeutende Kunden gewinnen, befinden uns aber erst am Anfang eines Weges, der uns weit über 2015 hinaus enormes Wachstumspotenzial liefert.
Insofern setzen wir unser bestehendes Know-how und die bisherigen Erfolge ein, um die Neuausrichtung kontinuierlich weiter voranzutreiben.

Mit der Deutschen Post, Bosch und McDonalds haben Sie namhafte Konzerne auf Ihrer Projekt-Referenzliste. Wie gewinnen Sie Ihre Kunden und wie hoch ist aktuelle die Auslastung im Projektgeschäft?

Wir können mittlerweile auf eine beachtliche Anzahl großer Namen bei unseren Projektkunden verweisen. Außerdem sind die Lösungen, die wir bei diesen Kunden umsetzen, tief in den Business-Prozessen verankert und liefern strategische Mehrwerte. Solche Referenzen heben uns stark von der Konkurrenz ab und ermöglichen uns, mit vielen potenziellen Neukunden ins Gespräch zu kommen. Unsere Glaubwürdigkeit im Markt ist enorm und so können wir über unser Key Account Management, wie auch über unseren New Business Vertrieb, eine sehr hohe Auslastung aufrecht halten.

Ihr zweites Standbein ist das bereits angesprochene Produktgeschäft. Sales Wizard wird als „das innovative Produkt für mehr Vertriebserfolg“ beworben. Was verbirgt sich dahinter?

Die Arbeit mit dem Sales Wizard beginnt in der Vorbereitung auf Kundentermine und der individuellen Zusammenstellung einer Präsentationsbühne am iPad. Gespeist werden die Inhalte aus einem Marketing Content Management System (CMS) – entweder durch eine Anbindung an bestehende Systeme oder von conVISUAL bereitgestellt. Hier fließen Multimedia-Content, Dokumente, Produktbeschreibungen und Datenblätter ineinander und können im Termin sogar offline genutzt werden. Nicht nur die perfekte Inszenierung der Vertriebspräsentation erhöht hier die Abschlusswahrscheinlichkeit entscheidend, sondern auch diverse Zusatzfunktionen, wie die direkte Übermittlung von Unterlagen an den Kunden oder eine Bestellmöglichkeit direkt vom iPad aus. Der Sales Wizard wird dabei als flexibles Produkt immer wieder durch individuelle Bereiche ergänzt: z. B. durch Augmented Reality Funktionen oder multimediale Markenwelten.

Können Sie uns bitte an einem konkreten Beispiel erläutern, wie Sales Wizard den Vertrieb eines Kunden optimiert?

Aus Studien bei einem unserer Kunden wissen wir, dass durch den Einsatz des Sales Wizard nach 6 Monaten die Gesprächsvor- und Nachbereitungszeit um 70 Prozent gesenkt werden konnte. Der manuelle Aufwand bei der Auftragsbearbeitung und bei späteren Kundenanfragen sank um 60 Prozent und die Zeiteinsparung während der Verkaufsgespräche konnte durch den optimalen Zugriff auf Informationen um 50 Prozent gesenkt werden.

Sales Wizard bringt Ihnen durch das Software-as-a-Service-Modell langfristige Lizenzumsätze. Mit welchen Margen planen Sie in diesem Bereich?

Durch den hocheffizienten Betrieb als SaaS-Lösung und unser Know-how in Software-Distribution und Skalierung von Systemen gehen wir bei den Lizenzumsätzen selbst von einer Rohertragsmarge deutlich über 90 Prozent aus. Durch den starken Zuwachs des Produktgeschäfts, den wir für 2015 planen, wird auch die Rohertragsmarge über das gesamte Unternehmen enorm zulegen.

Kommen wir auf das laufende Geschäftsjahr zu sprechen. Für das Gesamtjahr erwarten Sie ein organisches Umsatzwachstum um 10 bis 20 Prozent. Wie abhängig sind Sie dabei von einem starken Jahresendgeschäft?

Das Projektgeschäft, in dem wir aktuell noch einen Großteil unseres Umsatzes erwirtschaften, zeigt traditionell einen stark ansteigenden Verlauf über die Quartale des Kalenderjahres. Mit der Etablierung des Produktgeschäfts als tragfähiges Standbein unseres Unternehmens lösen wir die damit verbundenen Herausforderungen zunehmend auf. Der wiederkehrende Lizenzumsatz wird schon 2015 einen relevanten Anteil unseres Umsatzes ausmachen und insofern deutlich mehr Konstanz in unsere Quartalszahlen bringen.

Die Rohertragsmarge soll im laufenden Geschäftsjahr 75 Prozent übersteigen. Was stimmt Sie so optimistisch für die Ergebnisentwicklung?

Durch den steigenden Einsatz von Softwaremodulen, die im Rahmen unserer Projektarbeit entstehen und in weiteren Umsetzungen genutzt werden können, wird unsere Arbeit immer effizienter. Diese wiederverwendbaren Module sparen Entwicklungsaufwand und erlauben uns die kontinuierliche Steigerung der Rohertragsmarge. Durch die Veränderung in unserem Angebotsmix konnte die Rohertragsmarge nach 57 Prozent im ersten Halbjahr 2013 bereits im 2. Halbjahr auf 76 Prozent gesteigert werden. Diese positive Entwicklung setzen wir nun 2014 fort.

Die conVISUAL-Aktie pendelt in einer engen Bandbreite um den Ausgabekurs der Kapitalerhöhung. Woher könnten Impulse für eine Neubewertung von conVISUAL kommen?

Mit „Plan – Build – Run – Analyze“ haben wir eine schlüssige Wertschöpfungskette aufgebaut, auf der wir organisch und auch anorganisch wachsen wollen. Wir setzen den Weg in Richtung SaaS-fähiger Produkte fort und werden noch weitere strategisch essenzielle Themen mit an Bord holen. Mobility und SaaS in Verbindung mit der Cloud, das sind die Impulse für unser Unternehmen. Wir erwarten in den kommenden Monaten einen positiven Newsflow und sind zuversichtlich, dass mit steigenden Umsätzen und Gewinnen auch die Anleger unser Potenzial erkennen. Die hohe Nachfrage strategischer Investoren bei der im Juni durchgeführten Kapitalerhöhung bestärkt uns in dieser Annahme.

Welche Ziele haben Sie sich mit der conVISUAL AG auf Sicht von drei Jahren gesetzt?

Wir nutzen unser Know-how im Bereich mobiler Lösungen und die bestehende Produktentwicklung, bleiben dabei aber nicht stehen. 2015 wird eine Vereinigung mit neuen Themenbereichen bringen, die uns zwei Zielen deutlich näher bringt: einer Verdopplung des Umsatzes durch die Zusammenführung strategisch verknüpfter Geschäftsbereiche und einem kontinuierlich wachsenden EBITDA aus skalierbarem Produktgeschäft.
In drei Jahren wird conVISUAL über ein schlagkräftiges Set SaaS-basierter Produkte verfügen und mehr als die Hälfte des Geschäfts aus Lizenzgeschäft mit sehr hohen Margen ziehen. Das Projektgeschäft wird ein hohes Effizienzlevel erreicht haben und immer wieder dazu beitragen, mit Know-how und Technologie das Lizenzgeschäft zu speisen.

Herr Hofbauer, vielen Dank für das Interview.

Mit Limit kaufen

Convisual hat den Grundstein gelegt, um umsatzseitig in den nächsten Jahren kräftig zu wachsen. Noch fliegt die Aktie unter dem Radar größerer Investoren. Mit dem Erreichen einer größeren Umsatzdimension dürften auch das Investoreninteresse zunehmen. Neue, namhafte Kunden wie zuletzt McDonalds untermauern den Erfolg der Neuausrichtung. Convisual bietet eine Top-Chance, um bei einem potenziellen Highflyer von Beginn an dabei zu sein. Ziel: 2,20 Euro. Ein Stopp sollte bei 0,90 Euro platziert werden. Aufgrund der dünnen Handelsumsätze ausschließlich mit Limit kaufen.

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| Werner Sperber | 0 Kommentare

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