Heidelberger Druck
- Werner Sperber - Redakteur

Heidelberger Druck: 90 Prozent Potenzial

Die Anleger scheinen angesichts des sich abschwächenden Wirtschaftswachstums immer weniger Vertrauen in eine mögliche geschäftliche Trendwende der Heidelberger Druckmaschinen AG zu haben. Doch es gibt noch Analysten, welche der Aktie die Treue halten.

Die Zahlen für das erste Quartal des Ende März ablaufenden Geschäftsjahres 2011/12 der Heidelberger Druckmaschinen AG sind schwächer ausgefallen, als von Analysten erwartet. Einige befürchten den Rückfall in die weltweite Rezession. Sven Weier, Analyst der UBS, hält das für möglich und warnt vor einem dann möglichen Absturz des Aktienkurses von Heidelberger Druck ins Bodenlose. Das liege an der operativen Leistungsfähigkeit und der Schuldenquote des Unternehmens. Deshalb hat Weier seine Einstufung für die Aktie von "Neutral" auf "Sell" und sein Kursziel von 3,20 auf 1,20 Euro gesenkt. Ulrich Scholz, Analyst der Unicredit, erinnert an die nicht vollständig ausgelasteten Kapazitäten und bestätigt sein Rating mit "Hold". Allerdings reduzierte er seine Ergebnisschätzungen und sein Kursziel von 2,50 auf 1,80 Euro. Andreas Willi, Analyst von JPMorgan, sieht zunehmende Risiken für das operative Geschäft, deshalb beließ er sein Votum bei "Underperform" und reduzierte sein Kursziel von 2,80 auf 1,80 Euro.

"Kurzfristiges Potenzial vorhanden"

Auch Thomas Wybierek, Analyst der NordLB, hält die Ziele des Vorstands von Heidelberger Druck zunehmend für ambitioniert. Deshalb hat er zwar seine Einstufung für die Aktie mit "Halten" bestätigt, sein Kursziel aber von 2,70 auf 1,90 Euro gesenkt. Frederik Bitter, Analyst der Berenberg Bank, bleibt dem Druckmaschinenhersteller treu. Aufgrund des verbesserten Cashflows geht er davon aus, dass der Konzern kurzfristig kein frisches Kapital braucht. Bitter reduzierte zwar seine Gewinnschätzungen, er erkennt aber unverändert kurzfristiges Kurspotenzial. Deshalb beließ er sein Votum bei "Buy" und senkte sein Kursziel von 3,40 auf drei Euro. Insgesamt haben die Analysten ihre Schätzungen für die Gewinne je Aktie für die Ende März ablaufenden Geschäftsjahre 2011/12 bis 2013/14 gesenkt. Sie gehen nun von Werten von minus 0,09 Euro beziehungsweise 0,12 Euro respektive 0,21 Euro aus. Das entspräche Kurs-Gewinn-Vielfachen von 13 beziehungsweise 7. DER AKTIONÄR rät weiterhin von einem Einstieg ab. Anleger sollten abwarten, ob der Turnaround gelingt.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Michael Schröder | 2 Kommentare

Heidelberger Druck: Neue Impulse voraus!

Bei Heidelberger Druck richtet sich der Blick auf die Bilanzpressekonferenz am kommenden Dienstag (12. Juni) und da insbesondere auf den Ausblick. Derzeit tendiert die SDAX-Aktie noch seitwärts. DER AKTIONÄR spekuliert im Real-Depot auf ein Ende der Lethargie – und ein neues Kaufsignal! mehr
| Werner Sperber | 0 Kommentare

Heidelberger Druck: 600 Prozent mehr Gewinn

Die Hedgefonds trauen dem Geschäftsmodell der Heidelberger Druckmaschinen AG nicht. Auch wenn der britische CQS LLP jüngst die Netto-Shortposition von 0,91 minimal auf 0,89 Prozent der ausstehenden Aktien verringert hat, haben diese Fonds noch immer rund 14,6 Prozent leerverkauft. Das Ziel dabei … mehr