Heidelberg Zement
- Maximilian Völkl

HeidelbergCement: Trump-Profiteur im Höhenflug – Aktie vor Mehrjahreshoch

Die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten hat im vergangenen Jahr für viel Gesprächsstoff gesorgt. Vor allem der Mauerbau an der Grenze zu Mexiko wurde und wird in Deutschland sehr kontrovers diskutiert. Während die meisten Stimmen zu diesem Thema eher negativ ausfallen, äußerte sich Bernd Scheifele, Konzernchef von HeidelbergCement, positiv zu den Plänen Trumps.

Sein Gedanke: Sollte eine Mauer tatsächlich gebaut werden, könnte der DAX-Konzern mit seinen Werken in Texas und Arizona davon profitieren. Moralisch mag diese nüchterne Kalkulation fraglich erscheinen, als Konzernlenker ist die Chance auf einen lukrativen Großauftrag jedoch nicht zu verachten.

US-Geschäft als Chance

HeidelbergCement gilt aber auch unabhängig von einer Mauer zu Mexiko als potenzieller Trump-Profiteur. Zum einen dürften die geplanten Investitionen in die Infrastruktur die gesamte Baustoffbranche in den USA antreiben. Zum anderen profitiert HeidelbergCement von der Stärke des Dollar. Rund 27 Prozent der Erlöse erwirtschaftet der Konzern in Nordamerika einschließlich Kanada. Ein steigender Dollar würde ordentlich Währungsgewinne in die Kasse spülen, was auch Scheifele bereits bestätigte.

Konsolidierung schreitet voran

Positive Währungseinflüsse würden dem Konzern gut zu Gesicht stehen. Im dritten Quartal wurde die Übernahme des italienischen Wettbewerbers Italcementi abgeschlossen. Die 3,7 Milliarden Euro schwere Akquisition belastet derzeit die Bilanz der Heidelberger und ließ die Nettoverschuldung auf 8,9 Milliarden Euro anwachsen. Allerdings verläuft die Integration von Italcementi bislang schneller als erwartet.

Zudem ist man sehr zuversichtlich, das anvisierte Sy­nergieziel von 400 Millionen Euro zu übertreffen. Dafür wurden unter anderem deutlich mehr Stellen abgebaut als ursprünglich geplant. Durch die Kostensenkungen sollen auch die gestiegenen Nettoschulden rasch wieder abgebaut werden können.

Attraktive Gelegenheit

Trotz der starken Aussichten ist die Aktie von HeidelbergCement nicht teuer bewertet. Mit einem 2017er-KGV von 13 ist der Konzern deutlich günstiger als Rivalen wie der französisch-schweizerische Weltmarktführer LafargeHolcim oder der deutsche Wettbewerber Hochtief. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis liegt sogar unter 1. Das bedeutet: Der gesamte Wert von HeidelbergCement an der Börse umfasst lediglich die substanziellen Werte wie Maschinen oder Immobilien. Das lukrative Geschäft mit den Baustoffen wie Zement oder Beton gibt es quasi umsonst dazu.

Jetzt einsteigen!

In den vergangenen Tagen hat die Aktie deutlich zugelegt. Wird der Sprung über die auch psychologisch wichtige Marke bei 90 Euro nachhaltig bestätigt, wäre das Mehrjahreshoch bei 94,59 Euro die letzte Hürde auf dem Weg zu dreistelligen Kursen. Operativ gibt es ebenfalls ausreichend Potenzial. So sollte der weltweite Bauboom anhalten. Hinzu kommen die US-Fantasie und die Chancen, die aus der Fusion mit Italcementi resultieren. Anleger setzen auf steigende Kurse.

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