DAX
- Jochen Kauper - Redakteur

Hans A. Bernecker: „2012 wird ein gutes Börsenjahr“

Die Europäische Zentralbank (EZB) gibt dem Druck an den Anleihemärkten nach und nimmt die Zügel selbst in die Hand. Damit hat die EZB den Startschuss für die sicherlich größte Rettungsaktion seit ihrem Bestehen gegeben. Grund genug für den Altmeister der Börse – Hans A. Bernecker – optimistisch ins Jahr 2012 zu blicken.

Am Mittwoch hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Schleusen geöffnet. Gleichzeitig stellt dies wohl die größte Hilfsaktion ihrer Geschichte dar: Insgesamt 523 Banken liehen sich Kredite im Wert von 489 Milliarden Euro. Zu einem Zinssatz von einem Prozent. "Was sich zunächst unspektakulär anhört, ist ein verstecktes EZB-Anleihenaufkaufprogamm der EZB. Anstatt die Staatsanleihen direkt selbst zu kaufen, finanziert die EZB Geschäftsbanken, damit diese Spielraum für neue Anleihekäufe haben. Damit sich EZB-Chef Draghi ordnungspolitisch nicht rechtfertigen muss und er sein Gesicht wahren kann, lässt er die Anleihen quasi indirekt von den Geschäftsbanken erwerben und stellt dafür Liquidität in unbegrenztem Ausmaß zur Verfügung", so Simon Betschinger von TradeCentre.

Geldschleusen geöffnet

Dadurch kam es am Mittwoch zu einer kleinen Intradayrallye an den Märkten. Hintergrund waren sicherlich auch die guten Daten vom US-Immobilienmarkt. In den USA scheinen sich, wie schon häufiger beschrieben, die Konjunkturdaten langsam zu verbessern. Für Börsenaltmeister Hans A. Bernecker war das nur eine Frage der Zeit. Gebetsmühlenartig predigt Bernecker für einen langsamen Einsteig in den Aktienmarkt. "Der Markt ist deutlich überverkauft. 2011 war ein richtiges Baisse-Jahr. Die Börsen der Welt haben 2011 zwischen 13 und 20 Prozent verloren. Die technische Korrektur ist jetzt vorüber und Anleger können mit den richtigen Titeln punkten", so der Altmeister im Interview mit dem DAF Deutsches Anleger Fernsehen.

Guter "Jahrgang" 2012

"Die Amerikaner werden 2012 zur Lokomotive", so Bernecker weiter. Dabei erwartet der Experte ein Wachstum um die drei Prozent. Im Vergleich zu China scheint dies nicht viel, "aber wenn man sich überlegt wie hoch der Geldwert ist, der dahinter steckt, verspricht es einiges", erläutert Bernecker. "Nach einem 2010 haben wir eine technische Korrektur absolviert. Wir haben ein sehr gutes 2012 vor uns", so der Herausgeber der "Actien-Börse". Besonders angetan hat es dem Experten nach wie vor der Heimatmarkt Deutschland: "Wohl keine Wirtschaft in Europa hat das wahrgemacht, was gern so leichtfertig gesagt wird: Aus der Krise eine Chance machen. Das ist nun in der Tat beeindruckend gelungen. Es sieht nicht danach aus, dass sich hier eine wesentliche Änderung abzeichnet" so der Altmeister abschließend.

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