Hamburger Hafen
- Markus Bußler - Redakteur

Hamburger Hafen: Brasilien und die Hansestadt

Die Eurokrise verschwindet allmählich aus dem Fokus der Öffentlichkeit und die Hoffnung auf eine Erholung der Weltwirtschaft wächst. Damit rücken auch wieder Logistikunternehmen in den Blickpunkt der Investoren. Ein Beispiel: Die Aktie des Hafenbetreibers Hamburger Hafen und Logistik (HHLA).

Während der Aktienmarkt haussiert, kommt die Aktie des im MDAX gelisteten Unternehmens nicht von der Stelle. Dennoch: Es mehren sich die Anzeichen, dass trotz der Unsicherheiten zur Elbvertiefung die Tiefs bei der Aktie hinter den Anlegern liegen. Gestern gab es eine neue Studie, die für verhaltenen Optimismus sorgt. Der Hamburger Hafen setzt auf Brasilien als Wachstumsmarkt. „Brasilien kann eines der zentralen Länder für Wachstum im Hafenumschlag in den kommenden Jahren sein", heißt es in einer Studie, die die

Hafenbehörde Hamburg Port Authority (HPA) veröffentlichte. „Die steigenden Warenmengen im Seeverkehr spiegeln die positive Entwicklung im Außenhandel mit Deutschland wider."

Beziehungen sollen wachsen

Der Hafen will nun seine Beziehungen zu dem südamerikanischen Land intensivieren, wie HPA-Geschäftsführer Jens Meier ankündigte. So wolle Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) im April nach Brasilien reisen. Im Vergleich zu anderen Nord-Häfen sei Hamburg dort bisher „nicht so präsent". Hafen Hamburg Marketing (HHM) könnte sich nun vorstellen, in den nächsten Jahren in Brasilien eine Hafenrepräsentanz zu eröffnen, sagte Meier. HPA und HHM haben die Studie den Angaben zufolge gemeinsam erarbeitet.

In diesem Jahr will die HPA rund 250 Millionen Euro in den Hafen investieren. So will die Behörde vor dem Containerterminal Burchardkai den hinein- und hinausfahrenden Verkehr trennen; bis 2019 sollen neben der neuen Rugenberger Schleuse fünf neue Brücken für den Straßen- und Schienenverkehr entstehen.

In zwei Jahren ist Hamburg Gastgeber der Welthafenkonferenz 2015. Die Veranstaltung solle dazu genutzt werden, „uns als Welthafen zu präsentieren", sagte Meier. Die HPA richtet die Konferenz aus. Um die Attraktivität des Hafens steigern zu können, sei aber vor allem eine langfristig gesicherte Finanzierung durch Stadt und Bund unerlässlich. Auch über Effizienzsteigerungen im Hafen und bei der HPA müsse „sachlich diskutiert" werden, erklärte Prien. Es sei aber nicht hilfreich, „wenn einige versuchen, den Hafen schlecht zu reden": „Dies gilt insbesondere auch für diejenigen, die bewusst alles tun, um die Elbvertiefung zu verhindern."

Die Aktie des Hamburger Hafens hat in den vergangenen Monaten stark gelitten. Unsicherheiten über die anstehende Elbvertiefung, eine gleich zweimal gekappte Prognose und ein rückläufiger Containerumschlag haben das Papier belastet. Doch die Aktie scheint ihren Boden gefunden zu haben. Mittel- bis langfristig orientierte Anleger können auf dem aktuellen Niveau einige Stücke einsammeln.

(mit Material von dpa-AFX)

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