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Hallo Tokio, bitte melden!

Mit einem rasanten Kurseinbruch von rund zehn Prozent beendete der japanische Leitindex Nikkei zum Monatswechsel Februar/März abrupt eine Börsenrallye, die ihn binnen weniger Monate von 14.000 auf über 18.000 Punkte katapultiert hatte. Nun fragt man sich, ist das die "gesunde" Korrektur, auf die alle Anleger gewartet haben, um sich endlich günstig am Aktienmarkt in Tokio eindecken zu können?

Die japanische Börse ist auf Tauchstation gegangen. Steht das Land vor einem grundsätzlichen Trendwechsel zum Schlechteren? Oder sollten Anleger jetzt beherzt zugreifen und Japan-Aktien kaufen?

Mit einem rasanten Kurseinbruch von rund zehn Prozent beendete der japanische Leitindex Nikkei zum Monatswechsel Februar/März abrupt eine Börsenrallye, die ihn binnen weniger Monate von 14.000 auf über 18.000 Punkte katapultiert hatte. Nun fragt man sich, ist das die „gesunde“ Korrektur, auf die alle Anleger gewartet haben, um sich endlich günstig am Aktienmarkt in Tokio eindecken zu können? Oder ist der Kursrutsch nur die Ouvertüre zu einem grundsätzlichen Trendwechsel, der im Land der aufgehenden Sonne wieder Dunkelheit einkehren lässt?

Niedrige Zinsen locken Carry-Trader

Zur Erinnerung, die japanische Wirtschaft entwickelte sich in den vergangenen Jahren unter dem Damoklesschwert „Deflation“. Trotz einer brummenden Weltwirtschaft blieben die Preise in Japan stabil oder fielen sogar. Dafür wurde vor allem der japanische Verbraucher verantwortlich gemacht, der nicht konsumieren und sein verdientes Geld lieber sparen wollte. Die Konsequenz daraus war, dass die japanische Notenbank eine Nullzinspolitik einführte. Die stimulierende Wirkung auf den japanischen Konsumenten blieb jedoch weitestgehend aus. Zwar konnte man in den vergangenen Monaten einen leichten Anstieg beim Konsumentenpreisindex feststellen, doch mit zuletzt gemeldeten null Prozent ist man noch weit von normalen Zuständen entfernt. Die Nullzinspolitik führte allerdings dazu, dass japanische und internationale Investoren Kredite in Yen aufnahmen und das geliehene Geld in höher rentierlichen Anlagen im Ausland investierten. „Carry-Trades“ nennt man solche Geschäfte, die im großen Stil auch von Hedgefonds betrieben werden. Das japanische Finanzministerium schätzt das Volumen von Carry-Trades, bei denen der Yen als Funding-Währung dient, auf umgerechnet bis zu 130 Milliarden Euro.

Diese Carry-Trades waren es zuletzt, die zum starken Ausverkauf am japanischen Aktienmarkt beigetragen haben. Negative Kommentare zur Entwicklung der Weltwirtschaft, die vermehrt in den vergangenen Wochen aufgetaucht sind, motivierten Anleger dazu, ihre über Yen getätigten Anlagen zu veräußern und ihre Carry-Trades aufzulösen. Dies wiederum ließ den Yen gegenüber dem Dollar und dem Euro kräftig nach oben schnellen. Das unvermittelte „Comeback“ des Yens brachte dann vor allem die Aktien japanischer Unternehmen unter Druck, die auf den Export ihrer Produkte ins Ausland angewiesen sind, so zum Beispiel die Autohersteller Honda, Mazda und Toyota. Da rund ein Drittel der Gewinne der in Tokio gelisteten Unternehmen im Ausland erwirtschaftet wird, ist von der Währungsverschiebung aber die gesamte japanische Wirtschaft betroffen.

Aufschwung geht weiter

Doch wie geht es nun überhaupt an der Börse in Tokio weiter? Grundsätzlich kann festgehalten werden, dass der japanische Aktienmarkt trotz der scharfen Korrekturbewegung, die auch noch einige Zähler weitergehen kann, in einem intakten charttechnischen Aufwärtstrend verläuft. Zudem wird der Leitzins der japanischen Notenbank in absehbarer Zukunft auf einem sehr niedrigen Niveau bleiben. Mit 0,5 Prozent ist er der mit Abstand niedrigste Zinssatz aller Industriestaaten. In den USA beträgt er 5,25 Prozent, in der Euro-Zone 3,75 Prozent. Damit dürften auch Carry-Trades in Mode bleiben, die Yen-Aufwertung also bald ihr Ende finden.

Einstiegschancen in Japan

Die Korrektur am japanischen Aktienmarkt eröffnet nach Einschätzung des AKTIONÄRS eine gute Einstiegschance. Die Aufwertung des Yens dürfte dabei nur temporärer Natur sein, mittelfristig ist mit schwächeren Notierungen zu rechnen, sodass dann auch wieder Exportwerte eingekauft werden können. Charttechnisch besonders reizvoll sind derzeit Engagements in Daiwa Securities, Kurita Water, Mixi, Nippon Oil und Nomura Real Estate.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 12/2007.

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