Hugo Boss Vz.
- DER AKTIONÄR

Guter Stoff fürs Depot

Geschwindigkeit ist Trumpf – dieses Motto hat in der schnelllebigen Modebranche eine besonders hohe Bedeutung. Schließlich entscheidet nicht nur die Qualität der Produkte, sondern auch der aktuelle Modetrend darüber, ob sich die Ware gut verkauft oder in den Regalen liegen bleibt. Eine gute Nase für Trends und die Fähigkeit rasch darauf zu reagieren, sind somit die wichtigsten Erfolgsfaktoren in der Modebranche.

In der Modebranche wird hart um Markanteile gekämpft. Starke Marken sind die Grundvoraussetzung, um in diesem Kampf bestehen zu können

Geschwindigkeit ist Trumpf – dieses Motto hat in der schnelllebigen Modebranche eine besonders hohe Bedeutung. Schließlich entscheidet nicht nur die Qualität der Produkte, sondern auch der aktuelle Modetrend darüber, ob sich die Ware gut verkauft oder in den Regalen liegen bleibt. Eine gute Nase für Trends und insbesondere die Fähigkeit rasch darauf zu reagieren, sind somit die wichtigsten Erfolgsfaktoren in der Modebranche.

Der Weltmarkt der Mode ist in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres um drei Prozent gewachsen. Am besten entwickelte sich der asiatische Modemarkt, der ein Wachstum von sieben Prozent verbuchte. Aber auch die europäische Modewirtschaft befindet sich mit einem Wachstum um zwei Prozent im Aufwind. Große Modekonzerne profitieren aufgrund ihrer internationalen Positionierung stark von dem positiven Trend des globalen Modemarkts. Da Experten auch bezüglich der zukünftigen Entwicklung der Modebranche optimistisch sind, ist es an der Zeit, verschiedene Modeaktien genauer unter die Lupe zu nehmen.

Hugo Boss: Imageträchtige Marken

Hugo Boss gilt als Aushängeschild des deutschen Modehandels. In den zurückliegenden Jahren ist das Vorzeigeunternehmen weitaus stärker als der internationale Modemarkt gewachsen. Mit einem Anstieg des Konzerngewinns um 19 Prozent auf 54,2 Millionen Euro hat sich das dynamische Wachstum der Vorjahre im ersten Halbjahr 2006 fortgesetzt. Die erfreuliche Geschäftsentwicklung ist in erster Linie auf die imageträchtigen Marken des schwäbischen Modekonzerns zurückzuführen, die einen großen Wettbewerbsvorteil darstellen. Die aktuellen Zukunftsaussichten von Hugo Boss sind durchweg positiv, denn inzwischen fungiert auch die anfangs noch defizitäre Damenmode als Wachstumstreiber. Des Weiteren will Konzernchef Bruno Sälzer verstärkt auf exklusive Schuhe und Taschen sowie andere Kleinlederwaren setzen, um das Wachstum noch stärker zu forcieren. Eine aussichtsreiche Strategie, denn Luxus-Accessoires verkaufen sich auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sehr gut. Alles in allem überzeugt Hugo Boss mit einer hervorragenden Marktposition und soliden Wachstumsraten. Hinzu kommt die immer wieder aufflammende Übernahmefantasie. Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Valentino Fashion Group an einer Komplettübernahme des Hugo Boss-Konzerns interessiert ist. Aktuell hält der Mehrheitseigner 78,7 Prozent der Anteile. Angesichts der exzellenten Halbjahresergebnisse ist es durchaus realistisch, dass Hugo Boss mit den Zahlen für das Gesamtjahr die Prognosen übertrifft. Mittelfristig orientierte Börsianer sollten sich die im MDax gelistete Modeaktie ins Depot legen.

Gerry Weber und Escada

Auch bei Gerry Weber laufen die Geschäfte gut. In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2005/06 kletterte der Nettogewinn des Herstellers von Damenbekleidung um 22,4 Prozent auf 10,3 Millionen Euro. Erfreulicherweise will das Unternehmen die EBIT-Marge bis Jahresende von derzeit 8,5 auf 10,5 Prozent steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, soll die Flächenproduktivität durch die Optimierung von bestehenden Retail-Konzepten erhöht werden. Zudem sollen attraktive Lagen mit standort- und zielgruppenorientierten Retail-Konzepten erschlossen werden. Last but not least dürfte auch der Ausbau des Lizenzgeschäfts zur Verbesserung der Gewinnmarge beitragen. Diese positiven Aussichten dürften den Kurs der Gerry-Weber-Aktie wieder nach oben treiben. Für den SDax-Titel spricht auch das attraktive 2007er-KGV von 12.

Escada ist zuletzt vor zwei Monaten wegen einer bilanziellen Aufräumaktion des neuen Vorstands in den Fokus der Anleger gerückt. Aufgrund von einmaligen Aufwendungen für Abschreibungen auf Lagerbestände und die Neubewertung latenter Steuern hat sich das EBIT bei Escada im ersten Halbjahr 2005/06 auf 6,5 Millionen Euro verringert. Ohne Berücksichtigung dieser Aufwendungen wäre das Vorsteuerergebnis jedoch um rund 28 Prozent auf 18,5 Millionen Euro gestiegen. Von der passablen Gewinnentwicklung sollte man sich aber nicht blenden lassen. Schließlich beträgt die EBIT-Marge des Luxusmodekonzerns aktuell nur 8,2 Prozent und liegt somit unter den Margen der Wettbewerber. Daher drängt sich ein Einstieg bei dem SDax-Titel derzeit nicht auf.

Hugo Boss ist erste Wahl

Die Modebranche befindet sich derzeit im Aufwind. Für Anleger, die von einer zu erwartenden Fortsetzung dieses Trends profitieren wollen, ist die Vorzugsaktie von Hugo Boss erste Wahl. Schließlich verfügt Hugo Boss mit Bruno Sälzer über einen erfahrenen und weitsichtigen Vorstandschef. Dessen Entscheidungen dürften sich in Zukunft in einer florierenden Geschäftsentwicklung niederschlagen. Ebenfalls kaufenswert ist die günstig bewertete Aktie von Gerry Weber. Escada ist dagegen auf dem aktuellen Kursniveau nur eine Halteposition.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 36/2006.

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