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Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Der Pharmariese Eli Lilly hat aufgrund gestiegener Umsätze mit neuen Produkten in seinem ersten Quartal den Gewinn um mehr als 80 Prozent gesteigert. Für den aktuellen Zeitraum bleibt der Konzern mit seinen Prognosen hingegen hinter dem Markt zurück.

Der Pharmariese Eli Lilly hat aufgrund gestiegener Umsätze mit neuen Produkten in seinem ersten Quartal den Gewinn um mehr als 80 Prozent gesteigert. Für den aktuellen Zeitraum bleibt der Konzern mit seinen Prognosen hingegen hinter dem Markt zurück.

Von Martin Weiß

Der Gewinn in den ersten drei Monaten verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr bei Umsatzerlösen von 3,5 Milliarden Dollar um 84 Prozent auf 736,6 Millionen Dollar oder 0,68 Dollar pro Aktie. Analysten hatten im Schnitt mit einem Überschuss von 0,66 Dollar und Umsätzen von 3,56 Milliarden Dollar kalkuliert. Im vergangenen Jahr hatte Eli Lilly - belastet durch Sonderausgaben - nur 400,4 Millionen Dollar verdient

Die Großhändler räumen ihre Lager

Das jüngste Ergebnis wurde nach Firmenangaben durch eine Reihe von neuen Vereinbarungen mit Großhändlern beeinträchtigt. Die Abkommen sollen demnach den Warenfluss zwischen Unternehmen und Kunden optimieren und "spekulative Käufe" seitens der Händler vermeiden helfen. Die Vereinbarung hat Eli Lilly im ersten Quartal 130 Millionen Dollar an Umsätzen gekostet und auch im zweiten Quartal wird sich Reduzierung der Lagerbestände bemerkbar machen.

Der Krieg ist gewonnen - vorerst

Top-Seller in der Dreimonatsperiode mit einem Umsatzanteil von 40 Prozent war erneut Zyprexa, ein Mittel zur Behandlung von Schizophrenie. Das Medikament hatte im letzten Geschäftsjahr ein Volumen von 4,4 Milliarden Dollar, davon 2,4 Millionen Dollar in den Vereinigten Staaten. Erst in der letzten Woche hatte ein Gericht Eli Lillys Patente für Zyprexa für gültig erklärt. Drei Hersteller von Nachahmerprodukten, so genannten Generika, hatten geklagt. Einer der Kläger hat Berufung angekündigt. Das Geschäft mit Medikamenten war generell gemischt: Während sich das Antidepressivum Cymbalta und das Krebsmittel Alimta gut verkauften, sanken die Erlöse mit Strattera um 15 Prozent auf 119,8 Millionen Dollar.

Aufschwung in der zweiten Jahreshälfte

Für das zweite Quartal erwartet der Konzern nun einen Gewinn im Bereich zwischen 0,65 und 0,68 Dollar pro Aktie. Die Konsensschätzung der Profis beträgt 0,69 Dollar pro Anteilsschein. "Wir rechnen für die zweite Jahreshälfte mit einer Beschleunigung des Umsatz- und Gewinnwachstums", sagte Vorstandschef Sidney Taurel. Seine Firma rechnet für 2005 mit einem Umsatzwachstum von 8 bis 10 Prozent und einem Gewinn von 2,80 bis 2,90 Dollar pro Aktie.

Die Aktien haben am Montag in New York 1,6 Prozent auf 59,00 Dollar zugelegt.

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