- DER AKTIONÄR

Gut gebrüllt, Loewe!

Vor kaum zwei Jahren kämpfte Loewe noch ums Überleben. Anleger haben bei der Aktie der Franken jedoch wieder Witterung aufgenommen. Zu Recht: Mit hochwertigen LCD-TVs sind die Franken in die Erfolgsspur zurückgekehrt.

Anleger haben bei der Aktie von Loewe wieder Witterung aufgenommen. Zu Recht: Mit hochwertigen LCD-TVs sind die Franken in die Erfolgsspur zurückgekehrt.

Es dürfte ein Abschied mit Wehmut werden, wenn Loewe-Vorstandschef Rainer Hecker am 9. Juni dieses Jahres den Stab an seinen Nachfolger Frieder Löhrer übergibt. Hecker hat die Geschicke des Traditionskonzerns, der sich auf hochwertige Unterhaltungselektronik spezialisiert hat, über mehr als ein Vierteljahrhundert mitbestimmt – und dabei auch unruhige Zeiten erlebt. 1999 brachte er Loewe an die Börse. Dem steilen Aufstieg zu Neuer-Markt-Zeiten folgte der ebenso rasante Absturz. Vor kaum zwei Jahren kämpften die Franken noch ums Überleben.

Trendwende geschafft

Der Trend zu Flachbildschirmen war vom Management schlicht und ergreifend verschlafen worden. Doch Hecker und sein Team krempelten die Ärmel hoch und schafften die Wende. Das belegen die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2007: Nach verlustreichen Jahren erwirtschaftete Loewe 2007 bei einem Umsatz von 373 Millionen Euro einen Vorsteuergewinn von 21 Millionen Euro – 60 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Ehrgeizige Ziele

2008 soll für das Unternehmen aus dem fränkischen Kronach sogar noch besser laufen. Mindestens 400 Millionen Euro an Umsatz sollen durch die Bücher gehen, der Vorsteuergewinn soll auf über 24 Millionen Euro steigen. Einer der Hauptgründe für den Optimismus: Durch die sportlichen Großereignisse Fußball-EM und Olympia erwartet Loewe für das laufende Jahr eine ordentliche Sonderkonjunktur bei LCD-Flachbildschirmen. Überhaupt macht dieses einstige Sorgenkind immer mehr Freude. 2007 setzte Loewe mit LCD-Fernsehern 15 Prozent mehr um als ein Jahr zuvor. Der Absatz mit großformatigen Bildschirmen (über 37 Zoll) hat sich sogar verdoppelt. Dabei zahlt sich aus, dass die Franken kompromisslos auf das Premiumsegment setzen und sich damit aus dem harten Wettbewerb im unteren und mittleren Preissegment heraushalten.
Die Fokussierung auf den Hochpreisbereich dürfte auch nach dem Wechsel an der Konzernspitze fortgeführt werden. Der neue Chef Frieder Löhrer ist seit 2005 sehr erfolgreich als Verantwortlicher für die Rolf Benz AG, einen Hersteller von hochpreisigen Sitzmöbeln, und kennt sich daher im Luxussegment bestens aus.

Fazit

Die aktuellen Zahlen belegen, dass Loewe die Trendwende gelungen ist. Sonderfaktoren wie die sportlichen Großereignisse und die konsequente Umsetzung der Premiumstrategie sprechen dafür, dass sich der positive Trend auch 2008 fortsetzen wird.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 07/2008.

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