- DER AKTIONÄR

Gut gebrüllt, Loewe!

Loewe hat die Einführung der Flachbildschirme anfänglich verschlafen und hat diesen Fehler fast mit der Pleite bezahlt. Nach der Beteiligung von Sharp hat das Traditionsunternehmen aber die notwendigen Umstellungen vorgenommen und gehört auf der IFA nun zu den Trendsettern.

Loewe hat die Einführung der Flachbildschirme anfänglich verschlafen und hat diesen Fehler fast mit der Pleite bezahlt. Nach der Beteiligung von Sharp hat das Traditionsunternehmen aber die notwendigen Umstellungen vorgenommen und gehört auf der IFA nun zu den Trendsettern.

DER AKTIONÄR machte schon vor rund einem Jahr (Ausgabe 41/04) auf die sich bessernden Verhältnisse bei Loewe aufmerksam und riet zum Aufbau einer kleinen Position. Seitdem hätten sich Anleger über kräftige Kursgewinne freuen können: Die Aktie des Fernsehherstellers hat sich auf Jahressicht verdreifacht und konnte in den letzten Wochen nochmals deutlich zulegen.

Dies ist vor allem der positiven Geschäftsentwicklung zu verdanken: Der Marktanteil im Flachbildschirm-Segment konnte gegenüber dem Vorjahr auf 11,1 Prozent vervierfacht, die Profitlabilität dadurch ernorm gesteigert werden. So will das Unternehmen im laufenden Jahr wieder eine ausgeglichene Bilanz präsentieren, während im Vorjahr noch 25 Millionen Verlust zu Buche standen.

In Zukunft will sich Loewe als Premium-Anbieter etablieren. Auf der Internationalen Funk Ausstellung in Berlin setzt der Konzern auf Individualität und bietet Kunden die Möglichkeit ihren Fernseher auf 400 verschiedene Art und Weisen zusammenzustellen. Die neue HDTV-Technologie gehört dabei von Anfang an zum Produktrepertoire der Kronacher.

Insgesamt profitiert Loewe auch vom positiven Marktumfeld. Flachbildgeräte werden immer billiger, weswegen immer mehr Menschen auf die platzsparende Alternative zum Röhrenfernseher umsteigen. Die Fußball-WM 2006 sollte dabei für einen zusätzlichen Nachfrageschub sorgen.

Wer jetzt einsteigen will, sollte allerdings vorsichtig sein. Analysten schätzen den Gewinn je Aktie im Jahr 2006 auf 23 Cent, daraus resultiert ein sehr üppiges KGV von 55. Die Aktien scheinen in den letzten Wochen "heißgelaufen" zu sein, daher sollten Investoren vor dem Einstieg zunächst eine deutliche Kurskorrektur abwarten.

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