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Grüezi miteinander!

Die Schweizer Börse hat jüngst mit Panalpina und Esmertec zwei Parkettneulinge begrüßt. Eigentlich wollten die beiden schon seit längerem gelistet sein. Beide Aktien sind in jedem Fall kaufenswert.

Die Schweizer Börse hat jüngst mit Panalpina und Esmertec zwei Parkettneulinge begrüßt. Eigentlich wollten die beiden schon seit längerem gelistet sein. Beide Aktien sind in jedem Fall kaufenswert.

Von Sascha Grundmann

Der Logistikkonzern Panalpina ist am 22. September an die Börse gekommen - ein gelungenes Debüt: Die Aktie schloss am ersten Handelstag mit einem Plus von 17,5 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis. Mit einem Börsenwert von rund 1,5 Milliarden Euro schaffte Panalpina auf Anhieb den Sprung unter die Top 50 der Schweizer Unternehmen. Nachdem der Konzern noch vor drei Jahren einen Börsengang aufgrund des schlechten Marktumfeldes abgesagt hatte, war er nun für das größte IPO in der Schweiz seit langem verantwortlich.

Günstig bewertet

Panalpina gehört zu den Großen der Branche: Bei der Seefracht sind die Basler hinter ihren Landsleuten von Kühne & Nagel und der zur Deutschen Post gehörigen DHL Danzas die weltweite Nummer drei, bei der Luftfracht die Nummer zwei.

Das Bankhaus Vontobel hat Panalpina mit "Market Outperform" eingestuft. Die Einschätzung beruhe zum einen auf den soliden Wachstumsraten der Frachtspeditionsbranche, zum anderen auf der niedrigen Bewertung des Unternehmens: Beim Verhältnis der Marktkapitalisierung zum EBITDA weise Panalpina einen Abschlag von über 20 Prozent gegenüber der Peergroup auf. Vontobel sieht den "fairen" Wert der Aktie bei 111 Franken.

Aller guten Dinge sind...

Ein weiterer Neuling auf dem Schweizer Parkett ist das Softwareunternehmen Esmertec. Auch die Dübendorfer haben mit ihrem Börsengang vergangenen Donnerstag nicht den ersten Anlauf unternommen; gleich zwei Versuche waren im Juli gescheitert. Dafür klappte es jetzt - auch wenn der große Run ausblieb: Die Aktien bewegten sich am ersten Handelstag kaum.

Esmertec entwickelt eine Software, die auf der Programmiersprache Java basiert und eine optimale Nutzung von Speicherressourcen ermöglicht. Damit bietet sie sich für den Einsatz in Handys an, Marktbeobachter sprechen ihr umfangreiche Möglichkeiten auch bei Festnetztelefonen, bei Settop-Boxen oder bei Wireless-Lösungen zu. Der Verkauf der entsprechenden Lizenzen könnte Esmertec in den kommenden Jahren hohe Gewinne bescheren.

Trotz des Verlustes im ersten Halbjahr 2005 rechnen Analysten im kommenden Jahr mit einem Plus von 1,20 Franken pro Aktie. Auf dieser Basis wäre die Aktie mit einem KGV von 15 bewertet - angesichts des Potenzials kein zu hoher Preis.

Zwei Kaufkandidaten

Die Aktien der Börsenneulinge sind kaufenswert: Panalpina profitiert derzeit von einem guten Branchenumfeld und ist ein eher solides Investment; Esmertec bietet vor allem unter spekulativen Aspekten gute Chancen.

 

Artikel aus DER AKTIONÄR (41/05).

 

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