GROUPON INC.CL.A
- Martin Weiß - stellv. Chefredakteur

Groupon: Nach 30-Prozent-Kurssturz Chance auf Trendwende?

Die Aktie von Groupon ist Freitag nach lausigen Geschäftszahlen regelrecht implodiert und erstmals unter die 3-Dollar-Marke gefallen. Wie stehen die Chancen auf eine Trendwende? Schlechter als man denkt.

Die Groupon-Aktie klappte in New York um 29,6 Prozent zusammen und schloss bei 2,76 Dollar auf Allzeittief. Seit dem Börsengang im November 2011 hat das Schnäppchenportal rekordverdächtige 90 Prozent an Wert eingebüßt. Die simple Wahrheit: Selbst auf dem aktuellen Niveau ist die Aktie nicht günstig.

Schwaches Geschäftsmodell, schwache Zahlen

Ausgelöst wurde die Massenflucht unter den Anlegern durch ein weiteres schwaches Geschäftsergebnis. Die Quintessenz: Groupon wächst nur noch im heimischen US-Markt, international waren die Erlöse bereits zum zweiten Mal in Folge rückläufig (die Details finden Sie hier).

Das Geschäftsmodell hat einmal mehr seine Tücken offenbart: Es ist kapitalintensiv und leicht zu kopieren. Von den 200 Millionen registrierten Kunden waren zudem nur rund 40 Millionen aktiv. Neben den negativen  konjunkturellen Rahmenbedingungen in Europa bekommt Groupon offenbar zunehmend den Wettbewerbsdruck zu spüren. Zu den Konkurrenten zählen Amazon.com (Living Social) und Google (Google Offers), um die größten zu nennen.

Natürlich dürfte es besonders risikofreudigen Anlegern nach dem Absturz der Aktie trotzdem in den Fingern jucken.

Auf den ersten Blick spricht tatsächlich einiges für den Einstieg. Nach dem Absturz beträgt der Börsenwert von Groupon 1,8 Milliarden Dollar. Die Bilanz weist Cashreserven von 1,2 Milliarden Dollar aus, insgesamt entfallen auf jede Aktie somit 1,85 Dollar.

DER AKTIONÄR meint aber: Das operative Geschäft ist kaum die 650 Millionen Dollar wert, die es nach dem Abzug der Reserven kostet. Zumal der Wert ohnehin nicht ganz korrekt ist, weil die US-Firma Ende des dritten Quartal  595 Millionen Dollar an sonstigen Verbindlichkeiten ausweist.

Fazit: Kein Wachstum, die Konkurrenz im Nacken und eine nur auf den ersten Blick solide Bilanz - die Aussichten für Groupon bleiben schlecht. Spielernaturen können versuchen auf eine Gegenbewegung zu setzen, für alle anderen gilt: Finger weg!

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| Tamara Bauer | 0 Kommentare

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