FREENET AG
- DER AKTIONÄR

Großer Player

Nach langem Hin und Her war es am 2. März dieses Jahres dann doch so weit: Freenet und seine ehemalige Muttergesellschaft Mobilcom wurden unter dem Namen Freenet verschmolzen. Kleinaktionäre hatten die Fusion zuvor vor Gericht gut 18 Monate lang verzögert. Durch die Fusion ist ein Telekommunikationsanbieter mit einer Marktkapitalisierung von über zwei Milliarden Euro entstanden.

Freenet verfügt über eine gut gefüllte Kriegskasse. Das könnte Begehrlichkeiten wecken – bei den Aktionären, aber vielleicht auch bei der Konkurrenz.

Nach langem Hin und Her war es am 2. März dieses Jahres dann doch so weit: Freenet und seine ehemalige Muttergesellschaft Mobilcom wurden unter dem Namen Freenet verschmolzen. Kleinaktionäre hatten die Fusion zuvor vor Gericht gut 18 Monate lang verzögert.

Großer Player

Durch die Fusion ist ein Telekommunikationsanbieter mit einer Marktkapitalisierung von über zwei Milliarden Euro entstanden, der die komplette Bandbreite aus klassischer Telefonie, Mobilfunk und Internet aus einer Hand anbietet. Wie Vorstandsvorsitzender Eckhard Spoerr sagte, richtet die Verzögerung der Fusion jedoch einen strategischen Schaden an, da Freenet vor eineinhalb Jahren mit einem Komplettangebot Pionier gewesen wäre. Mittlerweile sei Freenet jedoch nur einer unter vielen.

Als die Fusion in der Schwebe war, gab es noch ein weiteres Problem: Freenet konnte die geplante Übernahme des Internetproviders AOL Deutschland nicht realisieren, da Telecom Italia den Zuschlag bekam. Das wiederum führt nun zu einem Luxusproblem: Das Unternehmen hat zuviel Geld in der Kasse. Spoerr bezifferte die liquiden Mittel in einem Interview auf fast 550 Millionen Euro.

Was macht man nun mit zuviel Geld? Laut Spoerr gibt es drei Möglichkeiten: Entweder wird der Konzern eine Sonderausschüttung vornehmen oder eigene Aktien zurückkaufen. Zudem hält Freenet die Augen für geeignete Übernahmeziele offen. Würde die komplette Summe an die Aktionäre ausgeschüttet, bekämen diese über fünf Euro je Aktie. Da es auf dem deutschen Markt nicht viele sinnvolle Übernahmeziele gibt, ist die Auszahlung einer Sonderdividende die wahrscheinlichste Option.

Vierte Möglichkeit?

Der hohe Liquiditätsbestand könnte jedoch auch noch eine ganz andere Folge haben: Freenet wird selber zum Übernahmeziel. Die vielen liquiden Mittel könnten Käufer anlocken. Auch strategisch wäre Freenet für die Konkurrenz ein interessantes Ziel.

Die in der vergangenen Woche veröffentlichten Geschäftszahlen für 2006 haben gezeigt, dass das Unternehmen fundamental gut dasteht. Aufgrund von Steuereffekten konnte Freenet den Jahresüberschuss auf 257 Millionen Euro fast verdreifachen. Das Ergebnis je Aktie erreichte dadurch beeindruckende 3,50 Euro. Die Zahl der Kunden entwickelte sich ebenfalls in allen Sparten positiv. In den beiden wichtigsten Bereichen DSL und Mobilfunk kamen jeweils gut 300.000 neue Kunden hinzu. Der Bestand im Segment DSL beläuft sich damit auf eine Million und im Mobilfunk auf 5,1 Millionen.

Viele Kaufargumente

Die Aussicht auf eine üppige Sonderdividende, Übernahmefantasie und ein erfolgreicher Geschäftsverlauf sind gute Kaufargumente. Gerade in der aktuellen Börsenphase, in der die Kurse vor allem durch Übernahmefantasien immer weiter befeuert werden, könnte diese Spekulation die Aktie richtig in Schwung bringen. Der Kurs sollte mittelfristig die 30-Euro-Marke anstreben.

Kursziel bei Freenet: 30,00 Eiro. Stopp: 18,50.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 19/2007.

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