First Solar
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Große, große Probleme: Solar-Bär Johnson über Solarworld, First Solar, Q-Cells, Conergy und Co.

Die Solarbranche befindet sich in einer harten Krise. US-Solaranalyst Gordon Johson sagt wieso und welche Firmen sogar Pleite gehen könnten. Selbst der Dünnschicht-Riese First Solar steckt in Schwierigkeiten.

Gordon Johnson, Solaranalyst bei Axiom Capital, hatte bereits Ende 2010 im Gespräch mit dem AKTIONÄR von einem „Weltuntergangsszenario" für die Solarbranche gesprochen. Er hat mit seiner Einschätzung Recht behalten. Nun nimmt er erneut kein Blatt vor dem Mund.

DER AKTIONÄR: Herr Johnson, seit unserem letzten Gespräch haben Solaraktien im Schnitt 40 Prozent verloren. Geht es den Firmen wirklich so schlecht?

Gordon Johnson: Ja. Es ist ein Desaster. Wir haben ein höheres Angebot und gleichzeitig eine schwächere Nachfrage. 2011 werden die Solarhersteller 55 GW Produktionskapazität aufgebaut haben. Dem steht aber nur eine Nachfrage von geschätzen 14,5 GW gegenüber. Ich erwartete zwar im zweiten Halbjahr eine Erholung des deutschen Absatzmarktes. Das wird aber nicht reichen, die großen Überkapazitäten aufzulösen.

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Stichwort Insolvenzen. Welche Firmen sind aus Ihrer Sicht besonders gefährdet?

Aufgrund technologischer Nachteile der Dünnschichtanbieter Energy Conversion Devices. Auch Canadian Solar ist ein Kandidat. Die Firma generiert kein Cash mehr und die Schulden übersteigen den Wert der Firma. Selbst der Solargigant Suntech hat im letzten Quartal über 200 Millionen Dollar verbrannt und immense Lagerbestände ausgewiesen. Auch für China Sunergy bin ich sehr skeptisch. Grundsätzlich haben China-Player wegen ihrer Verpflichtungen, große Mengen Silizium abzunehmen, viel zu hohe Kapazitäten aufgebaut.

Sie raten, First Solar zu verkaufen...

Der Dünnschichtanbieter hat große, große Probleme. Ich glaube, der Preisverfall trifft First Solar noch mehr, als der Markt derzeit annimmt. Effektiv werden wohl nur 1,00 Dollar pro Watt erlöst und Ende 2011 nur noch maximal 0,85 Dollar. Ein weiteres Problem ist, dass das Gros der Umsätze mit der Projektierung von Solarkraftwerken erzielt wird. 2011 laufen in den USA aber wichtige Förderprogramme aus. First Solar dürfte selbst seine schon gesenkte Jahresprognose nicht erreichen.

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