Grammer
- Markus Horntrich - Chefredakteur

Grammer: Analysten sagen „Kaufen“

Auch der Automobilzulieferer Grammer kam im Crash an den Märkten unter die Räder. Die Aktie ist von 19 Euro auf nur noch knapp über Euro eingebrochen. Montega Reserach sieht dieses Niveau als übertrieben an und rät die Aktie zu kaufen.

Die Analysten von Montega Research haben Grammer von "Halten" auf "Kaufen" hochgestuft. Noch im April 2011 im Rahmen habe Grammer im Rahmen einer Kapitalerhöhung 1,05 Millionen neue Aktien zum Kurs von 18,20 Euro platzieren können, der Aktienkurs habe sich seitdem jedoch um ein Drittel reduziert. Aufgrund mehrerer Aspekte sieht Montega Research den den Kursrückgang als ungerechtfertigt an und rechnet mit einer Gegenbewegung.

Hohe Visibiltät

Die Abrufe seien weiterhin auf gutem Niveau, und Grammer habe eine hohe Visibilität: Es seien bislang keine nennenswerten Rückgänge der Abrufvolumina der OEMs spürbar. Die Visibilität von typischerweise drei Monaten reiche bis Ende November in die 48. Kalenderwoche. "Während die OEMs aufgrund der florierenden Automobilmärkte in den Sommerferien nahezu durchgearbeitet haben, könnten die Weihnachtsferien - sollte sich eine Abschwächung der Nachfragedynamik für 2012 verfestigen -- in 2011 etwas länger ausfallen", so die Einschätzung der Montega-Analysten.

Wachstumsdynamik hoch

Grammer habe zudem die Guidance für 2011 bestätigt, auch in 2012 sei Wachstum wahrscheinlich. 2011 soll der Umsatz um zehn Prozent wachsen, die EBIT-Marge bei 4,4 Prozent liegen. Diese Unternehmensprognose sieht Montega Research aufgrund der guten Halbjahreszahlen mit einem Umsatzplus von 21 Prozent und einer EBITMarge von 4,8 Prozent sowie der guten Visibilität bis zum Jahresende als konservativ an.

Wenngleich sich die Wachstumsdynamik in 2012 abschwächen sollte, rechne man insbesondere aufgrund der starken Marktstellung Grammers im margenstarken Seating System-Segment, das laut Montega Research 36 Prozent zum Umsatz beisteuert und 7,8 Prozent EBIT-Marge aufweist, in Nord- und Südamerika mit weiterem Wachstum. In den USA könnten verschärfte Emissionsregularien ab 2013 in 2012 zu Vorzieheffekten bei Truckverkäufen führen. Auch die führende Marktstellung in Brasilien und die florierenden russischen und chinesischen Automobil- und Truckmärkte sollten nach Einschätzung der Analysten das Wachstum beflügeln.

Sinnvoller Zukauf

Auch in Sachen Akquisition habe sich Grammer zuletzt sinnvoll verstärk. Ende Juli gab Grammer bekannt, 100 Prozent der Anteile des belgischen Zulieferers EIA Electronics für 10,5 Millionen Euro übernommen zu haben. Die Belgier werden bei Grammer ab 1. Juli 2011 konsolidiert und erzielten im vergangenen Jahr über 20 Millionen Euro Umsatz bei höherer Profitabilität als Grammer. EIA ist auf elektronische Lösungen für Offroad-Fahrzeuge, wie Displays, Konsolen, Kommunikationsmodule et cetera spezialisiert, welche in die Armlehnen und Mittelkonsolen von Grammer integriert werden. Grammer kann künftig den integrierten Gesamtsitz als System liefern, was mittelfristig bessere Margen erwarten lässt.

Aktie attraktiv bewertet

Für Montega Research ist Grammer nach dem Kursrückgang attraktiv bewertet: Man rechne damit, dass Grammer dank der massiven Restrukturierungen der Vorjahre, der breiten geografischen Aufstellung und starken Marktposition die angestrebte EBIT-Marge von fünf Prozent mittelfristig leicht übertreffen werde. Die Analysten stufen den Titel von Halten auf Kaufen hoch bei einem neuen Kursziel von 17,50 Euro.

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