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Goodbye Brett!

Brett Kebble verlässt Western Areas. Die südafrikanische Goldszene steht vor einer Neuformierung. Das Unternehmen ist jetzt ins Visier der Großen geraten, auch weil man ein vielversprechendes Projekt an der Hand hat.

Brett Kebble verlässt Western Areas. Die südafrikanische Goldszene steht vor einer Neuformierung. Das Unternehmen ist jetzt ins Visier der Großen geraten, auch weil man ein vielversprechendes Projekt an der Hand hat.

Von Oalf Hordenbach

Die südafrikanische Goldminenszene ist in Bewegung geraten: Vor wenigen Tagen musste der umtriebige Geschäftsmann Brett Kebble seine Vorstandsposten bei JCI, Randgold & Exploration und Western Areas räumen. Der 41-jährige Brett Kebble gründete vor zehn Jahren Randgold und war an der Entstehung von Harmony Gold und Durban Roodepoort Deep beteiligt. Über die Gesellschaft JCI ist er in Western Areas engagiert, die in einem 50-zu-50-Joint-Venture mit Placer Dome die Goldmine South Deep betreibt.

Fatale Fehleinschätzungen

Ausgelöst wurde der "Fall Kebble" durch einen finanziellen Engpass bei JCI. Eine Bank bestand für die Bewilligung eines Kredits auf den Rücktritt von Kebble. Dieser hatte zuvor bei Western Areas den finanziellen und zeitlichen Aufwand für die Erschließung von South Deep völlig unterschätzt: Der Minenausbau dauerte neun Jahre und kostete eine Milliarde Dollar. Mit 45 Millionen Unzen Reserven ist South Deep das derzeit größte Goldprojekt weltweit. Ab 2007 wollen Western Areas und Placer Dome jährlich 700.000 Unzen Gold aus der Mine holen. Problematisch ist allerdings, dass Kebble zur Finanzierung von South Deep einen Teil des Goldes vorverkaufte. Da er von einer schwachen Goldpreisentwicklung ausging, setzte er den Verkaufspreis niedrig an, was nun zur Folge hat, dass Western Areas das geförderte Gold unter Marktpreis liefern muss. Für das zweite Quartal 2005 wurde zum Beispiel ein Goldpreis von etwas weniger als 340 Dollar je Unze erzielt. Da dieser Preis noch unter den Produktionskosten liegt, fährt Western Areas dicke Verluste ein.

Übernahmekandidat

Durch den Rücktritt von Kebble ist die Goldszene in Südafrika in Bewegung geraten. Vor allem Western Areas ist in das Visier der Großen der Branche geraten. Mit South Deep hat Western Areas ein Goldprojekt in der Hand, das über großes Potenzial verfügt. Die Aktien sind ein spekulativer Kauf.

Artikel aus DER AKTIONÄR 39/05

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