- Martin Weiß - stellv. Chefredakteur

Goldrooster: "Wir produzieren ausschließlich in China"

Die chinesische Sportmodemarke Goldrooster strebt in der kommenden Woche an die Börse in Frankfurt. Das Platzierungsvolumen könnte bis zu 23 Millionen Euro erreichen. Im Gespräch mit DER AKTIONÄR erklärte Finanzvorstand Yuen Ashley Soh das Geschäftsmodell seines Unternehmens - und was er sich von einem Listing in Deutschland verspricht.

Die Zeichnungsfrist für die Goldrooster-Aktie (WKN AOA YYU) läuft noch bis zum kommenden Dienstag. Die Notierungsaufnahme ist für den 18. Mai vorgesehen. Der chinesische Sportartikelhersteller will bis zu fünf Millionen Aktien zu je vier Euro platzieren. Bei entsprechend hoher Nachfrage könnte eine Mehrzuteilungsoption über 750.000 Anteile ausgeübt werden. Wird das komplette Angebot ausgeschöpft, beträgt das Platzierungsvolumen 23 Millionen Euro.

Die Mittel aus dem Börsengang, der von der VEM Aktienbank begleitet wird, will Goldrooster zur Finanzierung des weiteren Wachstums verwenden.

DER AKTIONÄR: Ihr Unternehmen heißt Goldrooster. Wofür steht der Begriff?

Yuen Ashley Soh: Goldrooster ist der Markenname, der das Logo repräsentiert, unter dem wir derzeit unsere Produkte in China verkaufen.

Hat es eine besondere Bedeutung?

Ja, Gold besitzt in China traditionell eine große Anziehungskraft und der Hahn ist eines der zwölf chinesischen Tierkreiszeichen. In China leben rund 1,2 Milliarden Menschen, rein rechnerisch besitzen also 100 Millionen Menschen dieses Sternzeichen.

Sie streben eine Notierung am deutschen Aktienmarkt an. Weshalb und wie ist die Resonanz der Anleger?

Die Frankfurter Börse ist eine der wichtigsten und größten Aktienbörsen der Welt. Wir wollen mit einer erfolgreichen Platzierung unseren Bekanntheitsgrad erhöhen. So wie es aussieht will ein größerer Investor etwa zehn Prozent des Angebots zeichnen. Noch aber läuft das Bieterverfahren und wir haben keine bestätigten Orders.

Goldrooster vermarktet Sportbekleidung, Sportschuhe und Accessoires. Wie hart ist der Wettbewerb?

In China ist der Wettbewerb in der Sportbekleidungsbranche äußerst intensiv. Es gibt eigentlich nur zwei Sparten: für Profis und für Amateure. Wir bedienen eher den Amateurbereich und besetzen dort eine Marktnische. Der chinesische Markt wird von den großen internationalen und chinesischen Marken beherrscht. Die zehn größten Marken - also LI-NING, Adidas, Nike, Puma und andere - teilen sich 60 Prozent des Marktes. Die restlichen 40 Prozent verteilen sich auf mittlere Unternehmen wie Goldrooster.

Das heißt, die Marktführer sind Nike und Adidas?

Nein, der Marktführer in China ist LI-NING, eine chinesische Sportikone. Er war Olympiasieger, und deshalb heißt die Marke LI-NING. Das Unternehmen hatte 2010 einen Marktanteil von rund 9,5 Prozent. Danach kam Nike und Ekstep, eine weitere chinesische Marke. Für 2011 haben wir noch keine Zahlen, deshalb wissen wir nicht, wohin der Trend geht. Es könnte sein, dass der Anteil der anderen von 40 auf vielleicht 45 Prozent gestiegen ist.

Können Sie uns einen Überblick über die jüngste Umsatz- und Gewinnentwicklung geben?

Wir haben das letzte Jahr mit einem Wachstum gegenüber dem Vorjahr von fast 30 Prozent abgeschlossen. Wir hatten eine Umsatzsteigerung um rund 20 Millionen auf 104 Millionen Euro. Was die Marge betrifft, halte ich die gut 16 Prozent für sehr solide. Die Finanzlage bei Goldrooster ist aufgrund der hohen operativen Gewinne der letzten Jahre ebenfalls sehr solide. Zum Jahresende betrug unser Cashbestand 29,8 Millionen Euro.

Wie entwickelt sich das Geschäft im laufenden Jahr?

Wir haben soeben die Herbst-/Winter-Messe erfolgreich hinter uns gebracht und wir haben sehr gut gefüllte Auftragsbücher. Wir sind zuversichtlich, dass wir mit unserer derzeitigen Strategie gepaart mit der Tatsache, das wir vorhaben, von dem Erlös eigene Geschäfte zu eröffnen, weiterhin eine starke Unternehmensleistung und starke Ergebnisse für unsere Aktionäre abliefern werden.

Ist für die Zukunft die Ausschüttung einer Dividende geplant?

Ja, aber die Dividendenpläne greifen wohl erst 2013. Mit den Erlösen aus dem Börsengang wollen wir zunächst das weitere Wachstum forcieren.

Ihr Unternehmen bedient vor allem den chinesischen Markt. Wo werden die Waren produziert?

Alle unsere Produkte werden in China hergestellt. Die Schuhe werden sogar im eigenen Haus hergestellt, hier besitzen wir langjähriges technisches Know-how in der Produktion. Die Bekleidung und die Accessoires haben wir vollständig an Vertragshersteller ausgelagert.

Goldrooster ist ja vor allem oder gar ausschließlich in China aktiv. Planen Sie, mit dem Geld aus dem Börsengang international zu expandieren?

Ich glaube, im Moment gibt es in China noch genügend ungenutzte potenzielle Absatzmärkte. Wie Sie aus unserem Prospekt ersehen können, planen wir den Vorstoß nach Xiangzhou und Sichuan, beides sehr bevölkerungsreiche Städte. Wir werden uns also vorläufig weiterhin auf den chinesischen Markt konzentrieren.

Wir danken für das Gespräch.

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IPO: Sportausstatter Goldrooster bietet Aktien zu vier Euro an - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/finanzen/news/wirtschaftsticker/ipo-sportausstatter-goldrooster-bietet-aktien-zu-vier-euro-an_aid_746378.html

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