Gold
- Marion Schlegel - Redakteurin

Goldpreis setzt Talfahrt fort, Barrick büßt fast 40 Prozent ein

Der Goldpreis stand in der zurückliegenden Woche erneut kräftig unter Druck. Das Edelmetall notiert mitterlweile so tief wie seit gut neun Monaten nicht mehr. In Euro gerechnet verbilligte sich Gold auf gut 1.100 Euro, den niedrigsten Stand seit fünf Monaten. Die Skepsis gegenüber Gold ist nach der Wahl in den USA erheblich gestiegen.

Eugen Weinberg, Rohstoffexperte von der Commerzbank, sieht als einen der wichtigsten Gründe für den jüngsten Preisrutsch bei Gold den starken Zinsanstieg in den USA an. Dort sind die 10-Jahreszinsen innerhalb von zwei Wochen von 1,7 Prozent auf aktuell 2,4 Prozent per annum gestiegen. Wegen aufgekommener Inflationserwartungen nach dem Wahlsieg von Donald Trump rechnen offenbar viele Marktteilnehmer mit mehreren Zinsanhebungen seitens der US-Notenbank Fed in den nächsten Monaten und verkaufen daher Gold. Denn Gold wirft keine Zinsen ab.

„Wir gehen davon aus, dass der niedrige Goldpreis physisches Kaufinteresse auslösen wird. Dies war im Ansatz im Oktober schon in China zu sehen“, so Weinberg weiter. „Gemäß Daten der Hongkonger Statistikbehörde hat China im letzten Monat aus Hongkong auf Netto-Basis 61,1 Tonnen Gold importiert. Dies waren 16 Prozent mehr als im Vormonat. Allerdings blieben die Einfuhren 15 Prozent hinter dem Vorjahreswert zurück“, erklärt Weinberg

Von Januar bis Oktober lägen die Netto-Gold-Importe Chinas aus Hongkong damit nur noch leicht über dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Wie IWF-Daten zeigten, haben im Oktober neben Russland und China auch Katar und Kasachstan Gold gekauft. Dagegen seien die Goldbestände in der Türkei und in Argentinien gefallen.

Gold und Minenaktien stark unter Druck

Mit dem jüngsten Rutsch unter die Unterstützung im Bereich von 1.200 Dollar ist der Goldpreis nun charttechnisch wieder stark angeschlagen. Selbst die immens wichtige Unterstützung – das 12-Monats-Tief bei 1.046 Dollar – ist mittlerweile nicht mehr weit entfernt. Auch die großen Goldproduzenten mussten zuletzt erhebliche Einbußen hinnehmen. Der NYSE Arca Gold Bugs Index hat seit dem Jahreshoch bei 286 Punkten bereits wieder rund 40 Prozent verloren. Ähnliche Kursverluste hat auch Barrick Gold hinnehmen müssen. Dennoch – seit dem Tief Ende vergangenen Jahres steht nach wie vor ein Plus von 150 Prozent zu Buche. Auch wenn für Edelmetall-Anleger derzeit enormer Gegenwind herrscht, die aktuelle Phase, bietet für langfristig orientierte Anleger wieder gute Kaufchancen. Abstauberlimits setzen und physische Goldbestände bei größeren Rücksetzern aufstocken!


 

Börsen-Mythen enthüllt für Anleger

Autor: Fisher, Ken/Hoffmans, Lara
ISBN: 9783864701283
Seiten: 224
Erscheinungsdatum: 02.09.2013
Verlag: Börsenbuchverlag
Art: gebunden
Verfügbarkeit: als Buch und als eBook verfügbar

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten finden Sie hier

100 - Ihr Alter = die optimale Aktienquote eines Portfolios
Eine bequeme Faustregel, leicht umzusetzen. Aber ist mit einer solch pauschalen Regel tatsächlich gewährleistet, dass Anleger ihre Ziele erreichen? Oder besteht dabei das Risiko, unterdurchschnittliche Renditen einzufahren? Es hilft nichts: Wer sich ernsthaft mit Geldanlage auseinandersetzen will, muss tiefer graben und darf sich nicht auf „bewährte“ Wahrheiten verlassen. Ken Fisher und Lara Hoffmans klopfen einige der gängigsten Börsen-Mythen auf ihre Praxistauglichkeit ab und stellen fest: Sie sind genau das: Mythen – die Anlegern schweren Schaden zufügen können.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Markus Bußler | 0 Kommentare

Goldexperte Bußler: Verrückte Tage

Der Goldpreis fest, der Silberpreis fest, die Goldminenaktien – deutlich im Minus. Derzeit scheint es fast eine verkehrte Welt zu sein. Doch obwohl Gold und auch Silber eigentlich eine schöne Bewegung aufweisen, mahnt Markus Bußler: Noch liegen die wichtigen Marken vor uns. Solange diese nicht … mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Goldexperte Bußler: Irgendwo im Nirgendwo

Der Goldpreis hat an Schwung verloren. Derzeit bewegt sich das Edelmetall weder deutlich nach oben noch nach unten. Der Goldpreis pendelt nach der Rallye der vergangenen Woche um die Marke von 1.240 Dollar. Ein starkes Zeichen wäre allerdings nach Ansicht von Markus Bußler ein Angriff auf das Hoch … mehr
| DER AKTIONÄR | 0 Kommentare

Gold: Ein Ausrufezeichen!

Es ist schwer zu sagen, wieviele Hände man bräuchte, um die Experten abzuzählen, die sich sicher waren: Hebt die Fed die Zinsen an, dann crasht Gold. Aber das Gegenteil ist geschehen. Der Goldpreis hat nach dem Zinsentscheid deutlich angezogen und sendet ein Lebenszeichen. Die Konsolidierung der … mehr