- DER AKTIONÄR

Goldenes Potenzial

Neue Zahlen belegen, dass bei Gold ein Angebotsdefizit vorherrscht. Der Goldpreis dürfte davon profitieren. Bis Jahresende sind 500 Dollar drin.

Neue Zahlen belegen, dass bei Gold ein Angebotsdefizit vorherrscht. Der Goldpreis dürfte davon profitieren. Bis Jahresende sind 500 Dollar drin.

Von Olaf Hordenbach

Am 14. September 2005 veröffentlichte der Industrie- und Interessensverband Gold Fields Mineral Services (GFMS) die Zahlen zur Entwicklung am Goldmarkt im ersten Halbjahr 2005. Sie bestätigen die Annahme des aktionärs, dass sich der Goldpreis in einem für das Edelmetall grundsätzlich freundlichen Marktumfeld bewegt, was mittelfristig für weiter steigende Notierungen spricht.

Starke Nachfrage durch Exchange Traded Funds

Der GFMS stellt fest, dass im ersten Halbjahr 2005 auf der Angebotsseite 1.943 Tonnen Gold bereit standen. Davon entfielen 1.109 Tonnen Gold auf die Neuförderung durch Minen (siehe Tabelle). 405 Tonnen wurden durch die Notenbanken angeboten. Weitere 429 Tonnen stammen aus dem Recycling. Auf der Nachfrageseite wurden insgesamt 1.997 Tonnen Gold gekauft. Größter Aufkäufer waren die Schmuckhersteller, die 1.469 Tonnen des Edelmetalls übernahmen. Durch Investoren wurden weitere 230 Tonnen, durch die Industrie 211 Tonnen und durch Exchange Traded Funds 87 Tonnen Gold nachgefragt. Vor allem die Entwicklung bei den Exchange Traded Funds ist eine Anmerkung wert. Auch im laufenden Jahr ist bei diesen Fonds mit einer neuen Rekordnachfrage nach Gold zu rechnen, der in der Größenordnung von 170 Tonnen liegen dürfte.Im Gesamtjahr 2004 fragten sie am Goldmarkt bereits 133 Tonnen nach - und das entsprach schon im Vergleich zum Vorjahr einer Steigerung von über 241 Prozent. Dabei stehen Exchange Traded Funds erst am Anfang ihrer Entwicklung. Auf Initiative des World Gold Council wurden erst vor wenigen Jahren so genannte Gold Bullion Securities (GBS) entwickelt hat. Ein GBS verbrieft dabei das Recht auf einen Zehntel-Unze-Goldbarren, wobei das gekaufte Gold in einem Sammeldepot hinterlegt wird.

Freundliches Umfeld für Gold

Schaut man sich die Ausführungen von GFMS an, kann man für 2005 die Aussage treffen, dass sich Gold in einem freundlichen Marktumfeld bewegt. Da die Minenproduktion weiterhin stagniert und das Verhalten der Zentralbanken durch das Washington Agreement on Gold weitestgehend berechenbar ist, dürfte die Angebotsseite im Jahr 2005 keine negativen Überraschungen in sich bergen. Auf der Nachfrageseite ist dagegen mit einem Zuwachs zu rechnen, der vor allem auf die Schmuckindustrie und die Exchange Traded Funds zurückzuführen ist. Bereits im ersten Halbjahr 2005 war am Goldmarkt ein Defizit von 54 Tonnen festzustellen. Auf das Gesamtjahr hochgerechnet bedeutet dies ein Nachfrageüberhang von mindestens 100 Tonnen Gold.

Kursziel 500 Dollar

Für Gold könnte 2005 ein sehr gutes Jahr werden. Nach einer längeren Konsolidierungsphase scheint nun neues Potenzial vorhanden. der aktionär prognostiziert zum Jahresende hin einen Goldpreis von 500 Dollar je Unze.

Artikel aus Ausgabe 43/2005

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