TIANSHAN GOLDFIELDS LTD
- DER AKTIONÄR

Goldenes China

Mit einem Anteil von rund zehn Prozent belegt die Volksrepublik China Platz 3 in der Rangliste der weltweit größten Goldkonsumenten. Übertrumpft wird das Riesenreich nur von Indien, der Subkontinent zeichnet für etwa 22 Prozent der Nachfrage verantwortlich, und den USA mit einem Anteil von rund 13 Prozent.

China könnte sich in den kommenden Jahren zum größten Käufer am Goldmarkt entwickeln. Gute Zeiten für Minengesellschaften, die im Riesenreich aktiv sind.

Mit einem Anteil von rund zehn Prozent belegt die Volksrepublik China Platz 3 in der Rangliste der weltweit größten Goldkonsumenten. Übertrumpft wird das Riesenreich nur von Indien, der Subkontinent zeichnet für etwa 22 Prozent der Nachfrage verantwortlich, und den USA mit einem Anteil von rund 13 Prozent. Dabei ist Gold für die Chinesen vor allem ein Statussymbol. Während in den USA und in Europa der Sicherheitsgedanke überwiegt – Gold als „Fluchtwährung“, als Schutz gegen Inflation – unterstreichen die Chinesen ihren Reichtum gerne mit Schmuck und Uhren aus Gold. Und wer es zu einem besonders großen Vermögen gebracht hat, der lässt sich seine Hausinneneinrichtung vollständig mit Blattgold veredeln.

China kauft Gold

Doch der Hang zum Protzen, der bislang hauptsächlich für die starke chinesische Nachfrage nach Gold verantwortlich war, könnte in Zukunft durch einen neuen „Mitspieler“ noch in den Schatten gestellt werden: der chinesischen Zentralbank. Peking konnte nämlich in den letzten Jahren dank einer extrem hohen Exportquote einen riesigen Devisenschatz anhäufen. Auf über eine Billion Dollar dürfte sich dieser mittlerweile belaufen. Bisher wurden die chinesischen Devisenreserven größtenteils in US-Staatsanleihen investiert. Damit finanzierte Peking die amerikanischen Staatsschulden und indirekt auch den Konsum der US-Bürger mit. Dieses Zusammenspiel funktionierte lange Zeit hervorragend. Nach dem Motto „China produziert, die USA konsumieren“ hatten beide Parteien etwas davon. Doch nun steht China vor einem massiven Dollar-Problem. Denn wenn die amerikanische Währung weiter an Wert verliert, schwindet zugleich auch das chinesische Volksvermögen. Darum gibt es in Peking Überlegungen, einen Teil der Devisenreserven in Gold umzuschichten. Bislang verfügt die chinesische Zentralbank nur über einen relativ kleinen Goldschatz von schätzungsweise 600 Tonnen. Sollte China nun beschließen, zum Beispiel 2,5 Prozent der Devisenreserven in das gelbe Edelmetall anzulegen, würde eine zusätzliche Nachfrage von mindestens 1.200 Tonnen auf den Goldmarkt zukommen. Bei einer derzeitigen Produktion (Minenproduktion und Recycling) von rund 3.600 Tonnen Gold im Jahr kann man sich leicht ausmalen, was das für den Goldpreis bedeuten würde – er würde rasant ansteigen.

Expansion im Riesenreich

Von dieser Entwicklung können natürlich alle Goldminengesellschaften profitieren. Doch zu den besonders großen Gewinnern werden wohl jene Unternehmen zählen, die in China selbst ihre Produktionsstätten haben. Sie können ihr Gold nicht nur vor der Haustür verkaufen, sie profitieren auch von den vergleichsweise schnellen Genehmigungsverfahren und niedrigen Lohnkosten in China. DER AKTIONÄR hat deshalb schon vor einigen Jahren das australische Unternehmen Sino Gold zum Kauf empfohlen. Eine Spekulation, die voll aufgegangen ist. Sino Gold ist seit 1996 in China tätig und betreibt dort die Jinfeng-Mine in der Provinz Guizhou. Diese verfügt über 4,6 Millionen Unzen Ressourcen und 3,2 Millionen Unzen Reserven. Mit einem Produktionsziel von 180.000 Unzen im Jahr wird Jinfeng bald die größte Goldmine im Land sein. Weitere Projekte verfolgt die Gesellschaft in den Provinzen Shandong, Jilin und Innere Mongolei. Für aufmerksame Beobachter war es deshalb keine so große Überraschung, als Sino Gold am 13. August die Übernahme des kanadischen Konkurrenten Golden China bekannt gab. Golden China ist in den gleichen Provinzen wie Sino Gold aktiv und verfügt zudem über eine Goldverarbeitungsanlage bei Tsingtau.

Und diese Übernahme dürfte nicht die letzte für Sino Gold gewesen sein. In den Fokus könnte auch Tianshan Goldfields geraten. Die australische Gesellschaft verfolgt in der Provinz Xinjiang das Projekt „Gold Mountain“. Dieses soll über 2,84 Millionen Unzen Ressourcen verfügen. Gold Mountain liegt im Tulusi Basin, das Teil des sehr goldhaltigen Tian-Shan-Gürtels ist. Die Mine kann relativ leicht erschlossen werden und soll im Tageabbau betrieben werden. Jährlich sollen dann bis zu 100.000 Unzen gefördert werden.

Tianshan im Fokus

Mit Tianshan Goldfields spekulieren Anleger auf einen Übernahmekandidaten aus der chinesischen Goldminenszene. Möglicher Käufer könnte Sino Gold sein. Das Unternehmen ist seit Jahren im Riesenreich aktiv.

Kursziel bei Tianshan Goldfields: 0,50 Euro. Stopp: 0,14 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 35/2007.

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