Gold
- Markus Bußler - Redakteur

Gold und Silber: Wichtiges Verkaufssignal?

Sowohl Gold als auch Silber haben in den vergangenen Tagen deutlich zulegen können. Marktteilnehmer sind etwas ratlos, woher die plötzliche Stärke kommt. Die meisten sind nach wie vor sehr skeptisch, ob der Anstieg nachhaltig ist. Und die Daten, die uns von der Rohstoffbörse Comex erreichen, sind alles andere als ermutigend.

Manche Medien interpretieren die jüngsten COT-Daten bereits als Verkaufssignal. Kein Wunder, sind doch die Nettoshort-Positionen der Commercials (kommerzielle Händler) deutlich angestiegen. Sowohl bei Gold als auch bei Silber verstärkten die Commercials ihr Engagement auf der Short-Seite und reduzierten gleichzeitig ihre Long-Positionen. Im Ergebnis kletterte die Anzahl der Nettoshort-Positionen bei Gold von 78.325 auf 131.607 Kontrakte. Bei Silber hat sich die Zahl der Nettoshort-Positionen der Commercials von 22.838 auf 42.897 Kontrakte mehr als verdoppelt.

Commercials agieren antizyklisch
Kein Wunder also, dass einige davon sprechen, dass sich hier ein Verkaufssignal anbahnt. Die Commercials agieren antizyklisch, nehmen also im Grunde genommen die künftige Bewegung vorweg. Mit anderen Worten: Sie spekulieren in hohem Maße auf eine Korrektur. Allerdings: Auch wenn der Anstieg der Netto-Short-Positionen enorm ist. Historisch betrachtet befindet man sich mit der Anzahl der jetzt gehaltenen Nettoshort-Positionen noch im Mittelfeld – also weit von einem Extremwert entfernt. Ein akutes Verkaufssignal wird damit nach Ansicht des AKTIONÄRs nicht kreiert.

Gleichzeitig – und das wird ebenfalls als Gefahr angesehen – haben die großen Spekulanten ihre Nettolong-Positionen deutlich nach oben geschraubt. Nun ist das auch nicht sonderlich überraschend: Immerhin handeln große Spekulanten zyklisch und spielen Trends. Dass die Positionsänderungen derart dramatisch ausgefallen sind, dürfte nach Ansicht des AKTIONÄRs vor allem damit zusammenhängen, dass sich sowohl Gold als auch Silber im Vorfeld fast etwas lethargisch verhalten haben und plötzlich Bewegung in die Edelmetalle kam. Das hat auch Spekulanten wieder auf den Plan gerufen. Und deshalb fiel die Bewegung entsprechend heftig aus.

Sicherlich ist es ein erstes Warnzeichen, dass die Positionsveränderungen derart deutlich ausgefallen sind. Allerdings besteht nach Ansicht des AKTIONÄRs kein Grund zur Panik. Wir werden die COT-Daten weiter beobachten.

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