Gold
- Markus Bußler - Redakteur

Gold-Schock: Italien will Gold verhökern

Wird das den Goldpreis-Anstieg beenden? Die italienische Regierung schreckt offensichtlich nicht davor zurück, dass Staatsgold zu verkaufen. Mit dieser Idee jedenfalls spielt offensichtlich Vize-Ministerpräsident Matteo Salvini. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sagte er: „Es könnte eine interessante Idee sein.“

Kaum einer weiß: Offiziell ist Italien das Land mit dem dritthöchsten Beständen (viertgrößte Bestände, wenn man den IMF mit einrechnet) an Staatsgold. Vor Italien rangieren in der Liste nur die USA und Deutschland. China und Russland, die beide Gold kaufen, rangieren deutlich dahinter. Italien bringt es nach offiziellen Angaben auf rund 2.565 Tonnen Gold. Dieses Gold könnte sich nun seinen Weg auf den Weltmarkt bahnen. Und das könnte dazu führen, dass die Notenbanken im laufenden Jahr vom Nettokäufer zum Nettoverkäufer werden.

Kurzfristig könnte ein solcher Entschluss tatsächlich den Goldpreis belasten. Die Frage ist aber: Würden andere Länder wie beispielsweise Russland oder auch China nicht die Hände aufhalten, um das Edelmetall aufzusaugen. Immerhin gab es aus China Stimmen, die sagten, der Goldmarkt sei zu klein, um genügend Gold zu kaufen. Zudem sollten sich Anleger in diesem Zusammenhang immer an das Brown-Tief erinnern. Der britische Schatzkanzler Gordon Brown verkaufte in den Jahren 199 bis 2002 rund 395 Tonnen des britischen Goldschatzes – nur um damit den absoluten Boden zu erwischen. Im Schnitt erzielte er damit 275 Dollar je Unze. Neun Jahre später stand das Edelmetall über 1.900 Dollar.

Es ist mehr als fraglich, ob Italien diesen Weg wirklich geht. Immerhin dürfte das das Vertrauen in die italienische Politik und Notenbank weiter schwächen, wenn man dazu übergeht das Tafelsilber zu verscherbeln. DER AKTIONÄR kann sich aktuell nicht vorstellen, dass Italien derart kurzfristig handelt. Aber alleine die psychologische Wirkung auf den Goldpreis sollte nicht unterschätzt werden. Aber da bei Gold ohnehin eine Konsolidierung fällig ist, werden sicherlich einige die Meldung als Ausrede nehmen, wenn der Goldpreis noch einmal unter 1.300 Dollar abtauchen sollte.

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  • aza azaziel -
    Wenn Deutschland Italiens gesamte Goldreserven kaufen wuerde, wuerde das etwa 91 Mrd Euro kosten, etwa 10% des deutschen Target2 Guthabens. Eigentlich waere das eine ganz normale Transaktion. Wetten, dass die Italiener lieber keine Targetgutschrift fuer ihr Gold nehmen wollen?

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| Markus Bußler | 0 Kommentare

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