Gold
- Markus Bußler - Redakteur

Gold: Und was kommt jetzt?

Nach dem Abverkauf der vergangenen Tage hat sich der Goldpreis zum Ende der vergangenen Woche wieder gefangen. Die wichtige Marke von 1.280 Dollar hat zunächst gehalten. Die Chancen auf einen Rebound stehen gut. Doch zum Durchatmen dürfte es noch zu früh sein.

Das Kapital, das in Folge der Krim-Krise in Gold geflüchtet ist, dürfte mittlerweile den vermeintlich sicheren Hafen wieder verlassen haben. Damit dürfte ein Teil des Verkaufsdrucks gewichen sein. Zudem gibt es ermutigende Zeichen: Die Goldminenaktien haben sich zuletzt gegen den Abwärtstrend gestemmt. Das könnte ein Zeichen für eine Erholung des Goldpreises sein.

Shortpositionen fallen

Dazu passt auch die Entwicklung an der Rohstoffbörse Comex. Dort haben die Commercials ihre Nettoshortpositionen auf Gold mit dem Kursrutsch der vergangenen beiden Wochen deutlich reduziert. Auf der anderen Seite haben die zyklisch agierenden großen Spekulanten ihre Longpositionen zurückgefahren. Beides sind logische und auch gesunde Bewegungen mit Blick auf den Rückgang des Goldpreises.

Gewaltige Nachfrage in Japan

In Japan ist derweil die Nachfrage nach Gold deutlich nach oben geschnellt. Im März verkauften die sieben Filialen des Edelmetall-Spezialisten Tanaka Kikinzoku Jewelry zirka 530 Prozent mehr Goldbarren als ein Jahr zuvor. Nach Medienberichten standen Kunden mehrere Stunden Schlange, um Goldbarren zu kaufen. Dafür gibt es im Wesentlichen zwei Gründe: Zum einen steigt die Verbrauchssteuer auf Gold in Japan zum 1. April von fünf auf acht Prozent. Zum anderen flüchten Anleger angesichts der expansiven Geldpolitik der japanischen Notenbank vermehrt in Gold. Allerdings ist auch das kein Grund für Goldanleger, in Euphorie zu verfallen. Japan ist ein kleiner Goldmarkt. Im vergangenen Jahr lag die Konsumentennachfrage nach Gold lediglich bei 21,3 Tonnen.

Insgesamt scheint der Goldmarkt sich gerade wieder zu beruhigen. Hält die Marke von 1.280 Dollar, dann stehen die Chancen auf einen Rebound gut. Anleger sollten dabei vor allem die Goldminenaktien im Auge behalten. Sie dürften eine Gegenbewegung anführen. Wünschenswert wäre es auch, wenn sich Silber in einer Aufwärtsbewegung besser entwickeln würde als Gold.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Markus Bußler | 0 Kommentare

Goldexperte Bußler: Es wird Zeit für die Bullen

Der Goldpreis hat in den vergangenen Tagen und Wochen deutlich korrigiert. Allerdings ist das nach einer 10,5-prozentigen Rallye auch nicht ungewöhnlich. Nachdem die Bullen bislang wenig entgegenzusetzen hatte, wird es nach Ansicht von Markus Bußler langsam Zeit. Bei 1.300/1.307 Dollar sollte ein … mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Barrick Gold: Ein weiterer Rückschlag

Es ist schon ein paar Monate her, da war Pascua-Lama in aller Munde. Zumindest in der Goldbranche. Das riesige Projekt im chilenisch-argentinischen Grenzgebiet sollte Barricks Zukunft sein – und wurde zu einem Milliardengrab. Auch wenn es ruhig geworden ist: Das Projekt beschäftigt Barrick noch … mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Ausverkauf, Panik, Jammern – und Gold

Jeder hat es mitbekommen: Der Dow Jones ist eingebrochen, der DAX folgt ihm brav und auch in Asien herrscht Verzweiflung. Und medial klingt das auch dramatisch. „Der größte Punkte-Verlust der Geschichte.“ Stimmt – ist aber natürlich nur die halbe Wahrheit. Tatsächlich hat der Dow vom Top rund 8,5 … mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Goldexperte Bußler: Gold konsolidiert, aber ...

Gold und Silber konsolidieren gerade ihren Anstieg seit Mitte Dezember. Das Plus beim Goldpreis summierte sich binnen fünf Wochen immerhin auf 10,5 Prozent. Die Konsolidierung war also überfällig. Grund zur Panik besteht nicht. „Bislang halten alle wichtigen Unterstützungen“, sagt Markus Bußler. mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Gold: Letzte Chance für die Bären?

Der Goldpreis hat in der vergangenen Woche genau an der Marke von 1.366 Dollar gedreht. Und das entspricht genau dem Hoch aus dem Sommer 2016. Die Bären wittern ihre Chance und sind kurzfristig am Drücker. Trotz der zuletzt leicht schlechteren COT-Daten ist die Short-Seite bei Gold aktuell … mehr