Gold
- Markus Bußler - Redakteur

Gold: Richtungslos im Niemandsland

Orientierungslos – so kann man den Handel bei Gold derzeit wohl am besten beschreiben. Das zeigt auch gut die vergangene Woche: Zunächst befeuerte Janet Yellen die Goldpreis, als aus ihren Worten hervorging, dass der Markt nicht mit einer überhasteten Zinsentscheidung rechnen muss. Am Freitag wiederum lastete dann ein stärkerer Arbeitsmarktbericht auf dem Goldpreis. Zinsängste machten die Runde.


Das gleiche Bild bei den Minenaktien: Sie verhielten sich in der vergangenen Woche fast konträr zum Gold- oder auch Silberpreis. Bestes Beispiel ist auch hier der Freitag: Während die Edelmetalle eingeknickt sind, konnten sich die Minenaktien nach zwischenzeitlichen Verlusten ins Plus retten. Besonders bei Silber erstaunt das: Das Edelmetall verlor fast drei Prozent und dennoch konnten viele Silberaktien im Plus schließen.


Eine neue Gelassenheit?


Ist das ein Zeichen einer neuer Gelassenheit? In der Vergangenheit haben die Edelmetallaktien mit überproportionalen Verlusten reagiert, wenn der Silber- oder Goldpreis derart eingebrochen ist. Oder ist es einfach so, dass nach wie vor Geld in den Minensektor fließt, das noch im vergangenen Jahr einen Bogen um Gold- und Silberaktien gemacht hat? Beides ist möglich. Dennoch dürften auch die Minenaktien noch einmal unter Druck kommen, sollte Gold noch einmal unter die 1.200-Dollar-Marke fallen.


Das momentane Bild ist für einen Daytrader sicherlich spannend. Als Anleger ist es bisweilen zum Haare raufen, da Bewegungen wie m Freitag oder auch nach der Yellen-Rede schlicht und ergreifend nicht prognostizierbar sind. Doch seien Sie als Anleger beruhigt: Es werden wir klarere Trends kommen. Sollte Gold unser Korrekturziel von rund 1.180 Dollar (auch hier kommt es nicht auf den letzten Dollar an) erreichen, dann bieten sich gute Einstiegsgelegenheiten für mittelfristige Kursgewinne. Den orientierungslosen Handel der letzten Wochen ist das Ergebnis des parabolischen Anstiegs seit Mitte Januar. Das mag zwar nicht gerade erfreulich sein, ist aber nach eben einem solchen Anstieg ganz normal. Und seien Sie ehrlich: In den vergangenen Jahren hätten sich die meisten selbst über eine solche Seitwärtsbewegung noch gefreut.

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