Gold
- DER AKTIONÄR

Gold: Knocking on heavens door

Was für ein Schauspiel gestern Abend. Während Real Madrid und Juventus Turin eine Schlacht um den Einzug ins Champions-League Halbfinale lieferten, kämpften Bullen und Bären um die wohl wichtigste Marke bei Gold. Im Sommer 2016 erreicht der Goldpreis 1.366 Dollar. Ein Hoch, das seitdem nicht mehr erreicht worden ist. Gestern näherte sich der Goldpreis dieser Marke, markierte bei 1.365 Dollar ein 20-Monats-Hoch und prallte dort ab.

Fundamental: Zunächst sorgte ein Tweet von Trump in dem er Russland warnte, die USA werden Syrien mit Raketen angreifen, für Rückenwind beim Goldpreis. Dann kamen die US-Inflationsdaten mit einem Anstieg von 2,4 Prozent im März und Gold konnte weiter zulegen. Am Abend bremsten dann die Fed minutes den Anstieg aus. Alle Fed Mitglieder sehen zwar die Inflation weiter ansteigen, aber sehen auch weitere Zinsanhebungen. Offensichtlich beschloss der Markt die Passage mit der Inflation zu ignorieren und sich auf die Zinsanhebungen zu konzentrieren. Und am Ende blieb ein Plus von rund 13 Dollar übrig, das sich aber für die Bullen wie eine Niederlage anfühlte.

Anstieg hatte Kraft gekostet

Nüchtern betrachtet: Gold hatte weit über 20 Dollar zugelegt, als sich die Notierung dem Schlüsselwiderstand bei 1.366 Dollar näherte. Es war fast zu erwarten, dass die Bären hier noch einmal alles in die Waagschale werfen würden. Und da der Anstieg für einen Tagesanstieg doch schon etwas Kraft gekostet hatte, konnten sie den Angriff der Bullen abwehren. Dennoch: Die Bullen haben angeklopft. Nur weil beim ersten Mal die Tür nicht aufgemacht wird, heißt das nicht, dass es keinen Einlass gibt.

Zudem hat sich die Ausgangslage beim GDX verbessert: Zwar mussten die Minen auch wieder Federn lassen und kamen von ihrem Hoch zurück. Dennoch gelang es, den Widerstand bei 22,50 wieder zu überwinden. Das gestaltet das Chartbild erfreulicher.

Unterm Strich: Gold prallte zwar im ersten Anlauf an dem Hoch aus dem Sommer 2016 ab. Doch die Bullen klopfen den Widerstand weich. Der Rücksetzer ist sicherlich kein Beinbruch. Es sieht danach aus, als ob der Goldpreis noch einmal Luft holt, bevor der langersehnte Ausbruch auf der Long-Seite gelingen kann.

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