Gold
- Markus Bußler - Redakteur

Gold: Jetzt auch noch das!

Der Goldpreis geriet in den vergangenen Tagen deutlich unter Druck. Die erste Bastion der Bullen, der Bereich um 1.300 Dollar, wurde von den Bären quasi überrannt. Anschließend nahm der Goldpreis Fahrt auf und kam erst kurz vor der wichtigen Marke von 1.280 Dollar zu stehen. Den Unterstützungsbereich bei 1.280/1.275 Dollar sollten die Bullen verteidigen. Doch es gibt eine beunruhigende Entwicklung.

Ein Blick auf die ETF-Bestände, insbesondere die Bestände des weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares, zeigt, dass diese stark rückläufig sind. Binnen eines Monats verzeichnete der SPDR Gold Shares (GLD) Abflüsse von rund 5,7 Prozent. Das ist eine Menge. Sicher: Auf den ersten Blick ist das nicht ganz ungewöhnlich. Während Privatanleger bei der Goldanlage vor allem auf Münzen und Barren zurückgreifen, sind ETFs vor allem bei institutionellen Investoren als Anlagevehicle beliebt. Das liegt daran, dass sich Institutionelle keine Gedanken um Lagerung machen möchten und mit einem ETF ein Instrument haben, das jederzeit handelbar ist. Kurzum: ETFs werden vor allem von institutionellen Anleger genutzt. Der GLD vor allem von der Wall Street.

Trendverstärkender Faktor

Nun verzeichnete der GLD schon seit Anfang Februar Abflüsse – und damals stieg der Goldpreis noch. Das ist ein eher ungewöhnliches Bild, da Institutionelle in der Regel prozyklisch agieren. Allerdings sollte man nicht außer Acht lassen, dass die Wall Street einen beeindruckenden Start in das Jahr hingelegt hat und deshalb sicherlich einige Anleger dazu übergegangen sind, von Gold-ETFs in Standardaktien umzuschichten. Als dann der Goldpreis beim Ausbruchsversuch gescheitert ist und die Standardaktien weiter gelaufen sind, hat das den Trend verstärkt. Und das wiederum hat sicherlich auch beim Goldpreis für Druck gesorgt.

(Bestände des weltgrößten Gold-ETFs GLD         Quelle: Bloomberg)

 

Natürlich ist es nicht erfreulich, dass wir derart stark fallende Goldbestände bei den großen Gold-ETFs sehen. Allerdings ist das angesichts der Begleitumstände (starke Wall Street, gescheiterter Ausbruchsversuch bei Gold) nicht allzu verwunderlich. Die Geschwindigkeit der Abflüsse sollte sich in den kommenden Tagen verlangsamen oder sogar wieder in Zuflüsse münden. Das Ganze gilt es natürlich zu beobachten. Allerdings ist es nach Ansicht des AKTIONÄRs kein Grund für Panik auf dem Goldmarkt.

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