Gold
- Markus Bußler - Redakteur

Gold: Ein ganz normaler Freitag

Der Goldpreis hat zum Wochenausklang vergangene Woche schwächer tendiert. Allerdings, und das war wieder einmal bezeichnend für die vergangenen Wochen: Der Goldpreis ging nicht auf Tiefstkurs ins Wochenende. Zum Handelsende setzte wieder eine leichte Erholung ein. Und zum Wochenauftakt notiert das Edelmetall schon wieder fester.


Diesmal kommt der Rückenwind von den Börsen in China, die erneut deutlich einbrechen. Das wiederum lässt die Anleger den sicheren Hafen Gold anlaufen. Doch wenn man all das einmal ausblendet, dann sieht man derzeit immer das gleiche Bild: Kaum notiert Gold schwächer, treten sofort Käufer auf den Plan. „Buy the dip“ scheint derzeit die Devise zu sein. Aber ist das schon das Ende des Bärenmarktes?


Störfeuer von Analystenseite


Nun, man muss immer etwas vorsichtig sein. Vier Jahren Bärenmarkt stecken den Anlegern noch enorm in den Knochen und so recht traut niemand diesem Anstieg von Gold. Dazu kommen die üblichen Störfeuer, wie zum Beispiel von Goldman Sachs. Die Analysten wiederholen ihre Prognose, dass Gold bis zum Jahresende wieder Richtung 1.000 Dollar abrutschen wird. Dennoch: Das Verhalten von Gold nährt die Hoffnung, dass der Bärenmarkt seinem Ende entgegen strebt.


Dazu kommt: Die ersten Analysten schwenken vorsichtig um. So hat sich zum Beispiel die Deutsche Bank zu Wort gemeldet und rät zum Kauf von Gold – zumindest als Depotbeimischung. Als Versicherung. Zwar ist man bei der Deutschen Bank der Meinung, dass Gold noch immer teuer sei (verglichen mit anderen Rohstoffen). Dennoch könne ein Anteil von Gold im Portfolio derzeit nicht schaden. Die ABN Amro hatte erst vor zwei Wochen ihre Prognose für Gold um satte 400 Dollar erhöht und hat sich auch aus dem Bärenlager verabschiedet.


Indikator für die Stimmung an der Wall Street


Sicher sind Analysten keine wirklich gute Indikatoren dafür, welche Kurse Gold erreichen kann. Aber sie spiegeln etwas anderes wider: Die Stimmung, die derzeit unter großen Investoren für Gold vorherrscht. Und die dreht sich gerade. Das zeigen auch die Käufe von ETFs. Das Geld der Wall Street fließt wieder in den Goldsektor. Und sollte dieses Verhalten in den kommenden Wochen anhalten, dann wäre dies ein weiterer wichtiger Schritt.


Das Ende des Bärenmarktes ist definitionsgemäß eigentlich schon bei einem Anstieg von mehr als 20 Prozent vom Low erreicht. Aber nach einem derart langen Bärenmarkt kann eine Erholung von 20 Prozent noch immer eine Bärenmarktrallye sein. Entscheidend für Bullen und Bären wird die Marke von 1.550 Dollar. Dort verlief einst eine eiserne Unterstützung. Als diese durchbrochen wurde, verlor der Goldpreis binnen weniger Tage bis in den Bereich von 1.180 Dollar. Sollte es den Bullen gelingen, diese Marke zurückzuerobern. Dann sind wir zurück in einem Bullenmarkt. Und dieser Bullenmarkt dürfte uns sehr schnell in Richtung neuer Allzeithochs führen. Aber bis dorthin wird es noch ein harter Kampf.

Dieser Artikel erschien bereits im Goldtelegramm. Für das Goldtelegramm können Sie sich kostenlos auf www.goldfolio.de anmelden.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Markus Bußler | 1 Kommentar

Goldexperte Bußler: „Eine schwarze Woche“

Keine gute Woche für Goldanleger: Der Goldpreis kam in den vergangenen Tagen deutlich unter Druck, rutschte unter die 200-Tage-Linie und unter die vor allem psychologisch wichtige Marke von 1.300 Dollar. Doch nach Ansicht von Markus Bußler ist das kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. Es gibt … mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Gold: Steigt Gold auf 1.600 Dollar?

Der Goldpreis fällt unter die Marke von 1.300 Dollar und bei den Anlegern macht sich Resignation und Frustration breit. Doch der mittel- bis langfristige Ausblick ist alles andere als frustrierend. Das jedenfalls glaubt Ian Telfer, Chairman von Goldcorp. Der einfache Grund: Alle großen Golddepots … mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Gold bricht ein – was nun?

Der Goldpreis kommt am Dienstag deutlich unter Druck. Vor allem die steigenden Renditen bei US-Staatsanleihen belasten das Edelmetall. Dazu sorgt der stärkere Dollar für Druck. Mittlerweile wurden wichtige Unterstützungen gerissen, die 200-Tage-Linie wurde ebenfalls unterschritten. Höchste Zeit, … mehr
| DER AKTIONÄR | 0 Kommentare

Der Bond-King spricht: Gold hat 1.000 Dollar Potenzial

Jeffrey Gundlach ist eine Legende. Als Manager des 9,3 Milliarden schweren TCW Total Return Bond Fund hat er sich einen Namen gemacht, bevor er DoubleLine Capital gegründet hat. Sein Spitzname: Der Anleihekönig. Jetzt sorgt er mit einer furiosen Aussage für Aufsehen: Gold hat das Potenzial um 1.000 … mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Goldexperte Bußler: Das war knapp

Der Goldpreis hat eine verrückte Woche hinter sich: Am Mittwoch kletterte der Goldpreis auf ein neues 20-Monats-Hoch, nur um am Widerstand bei 1.366 Dollar zu scheitern. Anschließend ging es wieder bergab mit der Notierung für das gelbe Metall. Silber scheiterte im gleichen Moment an der … mehr