Gold
- Markus Bußler - Redakteur

Gold: Dollar-Rallye belastet

Der Goldpreis notiert heute deutlich im Minus. Der Grund ist schnell gefunden: Der Dollar legt zu. Der Grund wiederum für die Dollar-Rallye ist auch leicht gefunden. Nachdem der Konsumenten-Preis-Index um 0,4 Prozent gestiegen ist. Der höchste Anstieg seit drei Jahren. Die Inflation nimmt Fahrt auf und liegt in den USA jetzt bei 1,1 Prozent.


Und das wiederum ließ die Zinserhöhungsfantasie in den USA anspringen. Vor allem eine niedrige Inflation, ja sogar Deflationsängste, sprachen lange Zeit gegen höhere Zinsen. Doch jetzt gibt es Fed-Mitglieder, die sich sogar für eine Zinserhöhung bereits im Juni aussprechen. Auch der von der Atlanta Fed ermittelte GDP now Index deutet auf ein gutes Wirtschaftswachstum in den USA hin. Zuletzt signalisierte der Index ein Wachstum von 2,5 Prozent für das zweite Quartal. Allerdings befinden wir uns noch vergleichsweise früh im zweiten Quartal, dementsprechend ungenau ist der Indikator auch.


Rohstoffe unter Druck


Die Zinserhöhungsfantasie hat gestern bereits die Aktienmärkte belastet, jetzt erfasst sie über den Umweg des stärkeren Dollars auch die Rohstoffmärkte. Neben Gold sind auch die anderen Edelmetalle wie Silber oder Platin schwächer und auch bei den Industriemetallen wie Kupfer, Nickel oder Zink gibt es rote Vorzeichen. Das wiederum lässt sich allerdings vor allem mit dem stärkeren Dollar erklären. Eine ansteigende Inflation müsste normalerweise Industriemetalle wie Kupfer beflügeln.


Die Gründe für den schwächeren Goldpreis liegen auf der Hand. Doch ohnehin ist das Edelmetall auch über den Terminmarkt unter Druck. Nach dem deutlichen Anstieg ist eine Korrektur alles andere als eine Katastrophe. Und sie ist sogar überfällig und bietet Einstiegsgelegenheiten in die Goldminenaktien, die in diesem Jahr zu den Überfliegern an der Börse gehören.

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