Gold
- Markus Bußler - Redakteur

Gold: Die Lage ist pikant

Der Goldpreis geht in den freien Fall über. Gestern wurde jeder Erholungsversuch im Keim erstickt. Die Suche nach Gründen ist schwierig. Sicherlich darf man die Dollar-Stärke nicht außer Acht lassen. Als der Dollar sich zum letzten Mal derart fest im Vergleich zum Euro präsentiert hat, rutschte der Goldpreis im Tief bis etwa 1.209 Dollar je Unze ab. Ein böses Vorzeichen?

Nun, dass zeitgleich mit dem schwächeren Goldpreis auch die extrem bearishen Kursziele von Goldman Sachs von 1.050 Dollar je Unze herausgeholt werden, mag etwas seltsam anmuten. Doch tatsächlich hat sich die charttechnische Lage deutlich eingetrübt. Das Hauptaugenmerk wird sich in den kommenden Tagen vermutlich auf den Doppelboden bei 1.180 Dollar richten. Hält dieser nicht, dürfte die Dynamik noch einmal deutlich zunehmen, da in diesem Bereich mit Sicherheit zahlreiche Stoppkurse platziert sind. Insofern könnte dann tatsächlich das Kursziel von Goldman Sachs in greifbare Nähe rücken.

1.180 als letzte Bastion
Für die Goldbullen ist das ernüchternd. Doch wie immer gilt: Es ist nicht sinnvoll und in der Regel nur teuer, sich gegen den Markt zu stellen. Bei einem Bruch der 1.180-Dollar-Marke sollte selbst der hartgesottenste Goldbulle mit einem Short liebäugeln. Fällt der Goldpreis wirklich darunter, sollten die meisten Goldaktien automatisch ausgestoppt sein. Ob sie ihr physisches Gold allerdings verkaufen, sollten sich Anleger zweimal überlegen. Grundsätzlich macht es natürlich Sinn, sich von Beständen zu trennen, die man später günstiger zurückkaufen kann. Allerdings sollte man die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs mit einberechnen und sich fragen, ob man wirklich bereit ist, im Bereich von 1.100 oder 1.050 Dollar zurückzukaufen. Dann nämlich wird die Stimmung womöglich noch schlechter sein und der psychologische Aspekt sollte nicht verkannt werden. Und zu guter Letzt besteht natürlich immer noch die Möglichkeit, dass es sich um ein Fehlsignal handelt.

Unterm Strich gilt: Die Lage beim Goldpreis ist pikant. Und es ist gut möglich, dass jetzt noch einmal der – finale? – Abverkauf kommt. Alle bestehenden Bestände bei Goldaktien sollten mit einem Stoppkurs abgesichert werden. Auch wenn nach wie vor zahlreiche Gründe für einen steigenden Goldpreis sprechen: Niemand sollte sich gegen den Markt stellen. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob der Markt manipuliert ist oder nicht.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Markus Bußler | 0 Kommentare

Goldexperte Bußler: Haben wir das Tief gesehen?

Der Goldpreis kam in der laufenden Woche deutlich unter Druck. Vor allem der Verfall von Optionen an den Terminmärkten belastete den Goldpreis. Dazu sorgte auch ein steigender Dollar dafür, dass der Goldpreis nicht zu einer Erholungsrallye ansetzen konnte. Dennoch: Mittlerweile ist Gold … mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Gold: Schock, Einbruch – alles aus?

Der größte Kursverlust seit November 2016. Der Goldpreis ist am Freitag deutlich unter Druck gekommen, riss alle wichtigen Unterstützungen und ist auf ein neues Jahrestief gefallen. Anleger reagieren panisch und resignieren. „Das war´s.“ Warum eigentlich? mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Goldexperte Bußler: Ein hartes Stück Arbeit

Die Zinsen steigen, der Dollar steigt – und dennoch versucht sich Gold am Ausbruch. Im ersten Versuch sind die Bullen am Donnerstag gescheitert. Doch noch ist nichts verloren. Gold scheint allen Unkenrufen zum Trotz nach oben ausbrechen zu wollen. Derzeit tobt ein harter Kampf zwischen Bullen und … mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Gold: Sind Sie bereit?

Nur noch wenige Stunden, dann wird die Fed ihren Zinsentscheid bekannt geben. Die Zinsen sollten um einen Viertel Prozentpunkt steigen. Davon gehen 95 Prozent der Marktteilnehmer aus. Interessanter dürfte werden, welche Haltung die US-Notenbank mit Blick auf die weitere Zinsentwicklung einnimmt. mehr