Gold
- Markus Bußler - Redakteur

Gold: Das große Warten

Die Welt blickt auf die Schweiz. Zumindest die Finanzwelt. Am Sonntag stimmen die Schweizer über die Initiative „Rettet unser Gold“ ab. Ein positives Votum könnte die Finanzwelt erschüttern. Ein Land wie die Schweiz würde faktisch zu einer teilweise durch Gold gedeckten Währung zurückkehren. Hätte dies auch Signalfunktion für andere Währungen?

Sicher: Derzeit sieht es nicht besonders gut aus. Während anfängliche Umfragen die Befürworter der Initiative in Front sahen, sollen jetzt die Gegner vorne liegen. Vorne, das bedeutet in diesem Fall: Mehr als 50 Prozent der abgebeben Stimmen müssen für und gegen die Vorlage stimmen. 20 Prozent der Aktive müsste die Schweizer Nationalbank künftig in Gold vorhalten. Das heißt: Die Schweiz wäre ein großer Käufer auf dem Weltmarkt. Rund 300 Tonnen müsste sie in den kommenden fünf Jahren jährlich erwerben. Und dürfte anschließend kein Gold mehr verkaufen.

Massiver Widerstand
Der Franken dürfte vermutlich an Stärke gewinnen, wenn sich die Goldinitiative durchsetzt. Und das wiederum dürfte der Nationalbank nicht gefallen. Schließlich kämpft man seit Monaten gegen einen starken Franken, um die Exportwirtschaft nicht zu stärken. Nicht zuletzt deshalb – und vermutlich auch wegen der unglücklichen Goldpolitik der Schweizer Zentralbanker der vergangenen Jahre – hat sich vor allem seitens der Politik und der Zentralbank ein massiver Widerstand formiert.

Doch die Schweizer Abstimmung könnte tatsächlich Signalwirkung haben. Weniger für Dollar oder Euro – sowohl die EZB als auch die FED haben derzeit nicht die Mittel, einen Teil der Währung in Gold zu hinterlegen. Doch China könnte animiert werden, endlich die Goldbestände offen zulegen. Offiziell sind diese seit fünf Jahren unverändert. Doch die Mehrzahl der Marktteilnehmer geht davon aus, dass China hinter den Kulissen massiv Gold gekauft hat. Manch einer spricht davon, dass China auf dem Weg ist, den Yuan ebenfalls teilweise mit Gold zu hinterlegen. Wären das dann die beiden starken Währungen auf der Welt? Und würde damit der Dollar als Weltreservewährung vor der endgültigen Ablösung stehen? Gut möglich. Doch noch ist es nicht soweit. Dennoch: Die Abstimmung am Wochenende könnte Signalwirkung entfalten. Sehen Sie zu diesem Thema auch dieses Video des Deutschen Anlegerfernsehens.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Markus Bußler | 0 Kommentare

Gold: Der Kampf mit dem Dollar

Der Goldpreis steht seit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten unter Druck. Im Gegenzug konnte der US-Dollar deutlich zulegen. Getrieben durch steigende Renditen bei US-Staatsanleihen ist die Zinsdifferenz zu anderen Währungsregionen gestiegen. Und das macht die Anlage im US-Dollarraum … mehr
| Markus Bußler | 2 Kommentare

Goldexperte Bußler: Ist das der neue Bärenmarkt?

Der Goldpreis nähert sich mit großen Schritten dem wohl wichtigsten Bereich in diesem Jahr: 1.180 bis 1.170 Dollar. Hier liegt die zentrale Unterstützung für den Goldpreis. Fällt das Edelmetall darunter, dann würde massiver technischer Schaden entstehen. Wenngleich im Bereich von 1.150 Dollar noch … mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Gold: Jetzt MÜSSEN die Bullen kontern

Für die Goldbullen sind die wichtigsten Tage des Jahres angebrochen: Es steht der zu Beginn des Jahres angebrochene Aufwärtstrend auf dem Spiel. Die wichtigste Unterstützung liegt zwischen 1.180 und 1.170 Dollar. Fällt der Goldpreis unter diese Unterstützung, trübt sich das Bild für den Goldpreis … mehr
| Markus Bußler | 2 Kommentare

Goldexperte Bußler: Ein blutiger Donnerstag

Die Trump-Euphorie währte nur kurz. Binnen weniger Stunden drehte der Goldpreis nach der Wahl Donalds Trump zum US-Präsidenten von über vier Prozent Plus ins Minus. Und die Goldminenaktien erlebten ihren schwärzesten Tag seit langen. „Der Sell-off nimmt seinen Lauf“, sagt Markus Bußler. Die … mehr