Gold
- Markus Bußler - Redakteur

Gold: Chaos-Tage oder Kaufchance?

Bleiben die Briten oder gehen sie? Diese Frage hat den Goldmarkt derzeit fest im Griff. Heute stimmen die Briten über den Brexit ab. Ein Ergebnis wird es wohl erst am frühen Morgen unserer Zeit geben. Doch blickt man auf den Markt, dann gehen wohl viele Teilnehmer davon aus, dass der Brexit scheitern wird und die Briten in der EU bleiben.


Die Aktienmärkte jedenfalls verzeichnen heute bereits dicke grüne Vorzeichen. Und das würden sie sicher nicht tun, wenn die Börsianer mit einem Brexit rechnen würden. Der Goldpreis hingegen steht in den vergangenen Tagen unter Druck – das Kapital, das Gold als sicheren Hafen im Fall eines Brexits angelaufen hat, sucht sich neue Anlageklassen.


Kommt es morgen zu einem großen Sell-off bei Gold? Sicher, derzeit ist vieles Spekulation. Doch blicken wir einmal in die Vergangenheit. Ende 2014 hat es für Gold ebenfalls eine wichtige Abstimmung gegeben. Damals stimmten die Schweizer über das Goldreferendum ab. Und obwohl es zunächst nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen ausgesehen hat, wurde kurz vor der Abstimmung klar, dass die Gegner die Nase vorne haben. So wie es jetzt auch ist.


Spektakulärer Turnaround


Damals wurde es dann tatsächlich eine deutliche Schlappe derjenigen, die sich für das Referendum aussprachen. Und Gold geriet am folgenden Tag bereits im asiatischen Handel deutlich unter Druck. Doch was dann geschah war beachtlich. Anschlussverkäufe blieben aus. Und Gold legte einen der spektakulärsten Intraday-Turnarounds an den Tag, den es je gegeben hat und schloss deutlich im Plus. Das war auch der Auftakt für einen durchaus versöhnlichen Jahresausklang – nach einem schwierigen Jahr 2014.


Die Parallelen sind auffallend. Und ganz von der Hand zu weisen ist die Spekulation nicht, dass Gold einen ähnlichen Verlauf nehmen könnte. Viele werden versuchen, Gold am Freitag zu shorten, sollte der Brexit ausbleiben. Doch sollte es zu keinen Anschlussverkäufen kommen, dann könnte die Shortattacke schnell im Sand verlaufen. Und sollte es doch zu einem Brexit kommen – den momentan so gut wie niemand mehr auf der Rechnung hat – dann könnte es an den Börsen tatsächlich einen Black Friday geben.


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