- Maximilian Völkl

Gold: Bald dreistellig oder historische Kaufchance?

Der Absturz des Goldpreises setzt sich ungebremst fort. Im laufenden Quartal erfährt Gold damit den stärksten Einbruch seit 1920. Auslöser sind weiterhin das angedeutete Ende der lockeren amerikanischen Geldpolitik, sowie die Kursgewinne beim US-Dollar.

Der Goldpreis ist am Mittwochvormittag um über drei Prozent auf 1.234 Dollar abgerutscht. Damit wurde der tiefste Stand seit September 2010 erreicht. Das laufende Quartal ist mit einem Minus von derzeit etwa 22 Prozent das Schwächste seit 1920.  Laut Analyst David Lennox vom australischen Finanzdienstleister Fat Prophets sind derzeit die Aussicht auf das Auslaufen der ultralockeren Geldpolitik in den USA, sowie die Kursgewinne beim US-Dollar die Sargnägel für den Goldpreis.

Bernanke-Aussagen belasten weiterhin

Nach wie vor wird der Goldpreis von den Aussagen von Ben Bernanke in der vergangenen Woche belastet. Der Chef der US-Notenbank hatte angekündigt, dass die milliardenschweren Anleihekäufe bei einer anhaltenden Konjunkturerholung noch in diesem Jahr zurückgefahren werden könnten. Die überraschend starken Konjunkturdaten aus den USA verstärkten die Befürchtungen wegen eines vorzeitigen Endes der lockeren Geldpolitik. Die Erholung des Immobilienmarkts seit der Finanzkrise 2008 und die zunehmenden Investitionen der Unternehmen dank steigender Zuversicht der Verbraucher brachten den Inflationsschutz Gold unter weiteren Druck. Der Goldpreis setzte daraufhin zu einer erneuten Talfahrt an, die noch immer anhält.

Experten reagieren

Derweil passen die Großbanken ihre Prognosen an die Realität an. Merrill Lynch glaubt in den nächsten Wochen an einen Preis von 1.200 Dollar. Credit Suisse schätzt, dass in zwölf Monaten 1.150 Dollar erreicht werden. Goldman Sachs prognostiziert für Ende 2012 einen Preis von 1.300 Dollar und Ende 2014 nur noch 1.050 Dollar. Morgan Stanley ist etwas optimistischer mit einem 2014er-Ziel von 1.313 Dollar.

Einer der größten Gold-Bullen bleibt US-Experte Peter Schiff: "Wer glaubt, die FED verabschiedet sich von einer expansiven Geldpolitik, macht einen Fehler. Die FED blufft!" Schiff glaubt daher an eine "teuflische Gold-Rallye", sobald Trader ihren "Fehler" erkennen.

Interview

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Einschätzung des Fondsmanagers Dr. Markus Elsässer. Er sagte im Interview mit dem DAF, dass die Branche "aufgebläht" sei. Die Krise im Rohstoffbereich sei nicht einfach ein Konjunkturphänomen.

(Mit Material von dpa-AFX)

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