Randgold
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Gold: "Schreckliches Quartal" und Hoffnung

Der Gold-Crash geht weiter. Der immer tiefere Preis bringt nun Gold-Produzenten in Bedrängnis. Doch gleichzeitig gibt es die Hoffnung, dass sich der Preis erholt – irgendwann.

Der Absturz geht weiter. Nachdem Gold seit 2001 rund 600 Prozent gestiegen war, setzen sich die Gewinnmitnahmen fort. Der Spotpreis für Gold ist um weitere zwei Prozent auf 1.252 Dollar gefallen. Jetzt melden sich erste Goldminen-Betreiber zu Wort. "Es wird ein schreckliches Quartal für die Branche", so Mark Cutifani, CEO von Anglo American. Die Industrie müsse nun schnell auf den Preisrückgang reagieren. Er sieht "signifikante" und für viele überraschend hohe Rückgänge in der Produktion.

Eine Frage der Zeit

Seine Theorie und Hoffnung: Aufgrund einer dadurch möglichen Knappheit des Metalls wird auch der Goldpreis wieder steigen. "Ich weiß aber nicht, ob in sechs Monaten, einem Jahr oder drei Jahren", so der Topmanager.

Manchmal dauert ein Comeback noch länger. Nachdem der Goldpreis in den 1970er-Jahren innerhalb eines Jahrzehnts um über 2.000 Prozent gestiegen war, setzte eine 60-prozentige Korrektur ein. Danach dauerte es zwanzig Jahre, bis der Hype verdaut und die Zeit für eine neue große Rallye reif war.

Experten reagieren

Derweil passen die Großbanken ihre Prognosen an die Realität an. Merrill Lynch glaubt in den nächsten Wochen an einen Preis von 1.200 Dollar. Credit Suisse schätzt, dass in zwölf Monaten 1.150 Dollar erreicht werden. Goldman Sachs prognostiziert für Ende 2012 einen Preis von 1.300 Dollar und Ende 2014 nur noch 1.050 Dollar. Morgan Stanley ist etwas optimistischer mit einem 2014er-Ziel von 1.313 Dollar.

Einer der größten Gold-Bullen bleibt US-Experte Peter Schiff: "Wer glaubt, die FED verabschiedet sich von einer expansiven Geldpolitik, macht einen Fehler. Die FED blufft!" Schiff glaubt daher an eine "teuflische Gold-Rallye", sobald Trader ihren "Fehler" erkennen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Einschätzung des Fondsmanagers Dr. Markus Elsässer. Er sagte im Interview mit dem DAF, dass die Branche "aufgebläht" sei. Die Krise im Rohstoffbereich sei nicht einfach ein Konjunkturphänomen.

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