Gold
- Markus Bußler - Redakteur

Gold: „Das Schlimmste ist noch nicht vorbei“

Der Goldpreis taumelt weiter. Jetzt meldet sich Jeffrey Currie, Chefanalyst Rohstoffe bei der US-Bank Goldman Sachs, zu Wort. Er glaubt weiterhin daran, dass für den Goldpreis das Schlimmste noch nicht vorüber ist. Im Gegenteil. Goldman Sachs bleibt bei seiner negativen Prognose für den Goldpreis. 1.050 stehen als Ziel noch in diesem Jahr im Raum.

„Die Risiken liegen signifikant auf der Unterseite“, sagt Currie in einem Telefon-Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg. In den vergangenen Monaten habe Gold vor allem Unterstützung von politischer Seite erhalten. Currie nennt dabei die Ukraine aber auch den Nahen Osten. „Aber diese Bedenken sind verblasst“, erklärt Currie.

ETF-Bestände gesunken
„Gold reagiert zurzeit mehr auf das Wachstum der US-Wirtschaft und weniger auf die Zukunftssorgen bezüglich einer anziehenden Inflation“, erklärt Damien Courvalin, ebenfalls Analyst bei Goldman Sachs. „Das Interesse an Gold ist mittlerweile niedriger als noch vor 18 Monaten.“ Dazu passt auch, dass die Bestände der ETFs auf den tiefsten Stand seit 2009 gefallen sind. Auch die Portfoliomanager hätten ihre Long-Positionen die fünfte Woche in Folge zurückgefahren.

Goldman Sachs befindet sich mit der negativen Meinung zu Gold nicht allein. Auch Michael Haigh von der französischen Großbank Societe Generale erklärte erst kürzlich, Gold werde im kommenden Jahr noch einmal fünf Prozent einbrechen. Sowohl Haigh als auch Currie haben nach Angaben von Bloomberg den Goldpreisrutsch im vergangenen Jahr treffend vorhergesagt. Deshalb habe ihr Wort besonders viel Gewicht. Currie bleibt bei seinem Kursziel von 1.050 Dollar für Ende des Jahres. Haigh sieht 1.150 Dollar je Unze Gold im dritten Quartal des kommenden Jahres. Auch die Citigroup hat die Goldpreisprognose für 2015 von 1.365 auf 1.225 Dollar zurückgefahren. Die UBS hat ihren Drei-Monatsausblick auf 1.200 Dollar gekürzt.

DER AKTIONÄR bleibt nach wie vor auf der Short-Seite. Allerdings ist die extrem negative Stimmung von Seiten der Analysten als auch von Seiten verschiedener Medien durchaus interessant. Kommt jetzt noch ein deutlicher Abverkauf hinzu, könnte dies der Wendepunkt für den Goldpreis sein.

 

 

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Alex Meier -
    hat der rückgang des Goldpreises nicht maßgeblich mit dem starken Dollar / schwachen Euro zu tun? in den letzten 3 Monaten ist der Euro gegenüber dem Dollar irgendwas um die 8% gefallen - auch der Goldpreis in Dollar ist irgendwas um die 8% gefallen

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Markus Bußler | 0 Kommentare

Gold: Die meistgehasste Rallye

Der Goldpreis steigt und steigt und steigt – dabei soll er das gar nicht. Experten waren sich (wieder einmal) einig, dass die Goldrallye zu Beginn des vergangenen Jahres eine Eintagsfliege gewesen ist. Ein Bärenmarkt-Rallye. Nicht mehr. Doch das Edelmetall hält sich eben nicht an das, was Analysten … mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Gold-Experte Bußler: So geht es jetzt weiter

Das noch junge Jahr 2017 hat die Goldanleger bislang verwöhnt. Gold und vor allem Goldminen sind fulminant ins neue Jahr gestartet. An der Marke von 1.200 Dollar könnten sich die Bullen aber zunächst die Zähne ausbeißen. „Ich gehe von einer kleinen Korrektur in diesem Bereich aus“, sagt Markus … mehr
| Florian Söllner | 1 Kommentar

Bitcoin-Crash: Ist das der Tod?

Der Kurs der Kryptowährung Bitcoin ist seit Jahresbeginn um 30 Prozent in die Knie gegangen. Grund: Die chinesische Zentralbank hat am 11. Januar angekündigt, Bitcoin-Handelsplattformen im ganzen Land genau zu untersuchen. Die Lizenzen werden dahingehend geprüft, ob Kreditgeschäfte oder … mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Gold: Die einzige Frage, die zählt!

Der Goldpreis hat am Freitag deutlich korrigiert, macht sich aber im heutigen Handel auf, seinen Aufwärtstrend wieder aufzunehmen. Aktuell kämpft das Edelmetall mit der Marke von 1.180 Dollar, einer ehemals wichtigen Unterstützung. Für Anleger stellt sich eigentlich nur eine Frage, die wirklich … mehr