Glencore
- Marion Schlegel - Redakteurin

Glencore-Xstrata: Aktie rutscht ab

Erst vor Kurzem konnte sich Glencore-Xstrata über den erfolgreichen Zusammenschluss freuen. Zuvor mussten beiden Unternehmen einen harten Kampf mit den Kartellbehörden führen. Nun sorgen die Steuerbehörden für neuerlichen Ärger.

Nachdem die Fusion von Glencore und Xstrata vor wenigen Wochen nach langem Ringen nun endlich über die Bühne gegangen ist, gibt es bereits neue Unruhe. Der Rohstoffhändler und Bergbaukonzern ist ins Visier der italienischen Finanzpolizei gerückt. Der Vorwurf lautet auf illegale Steuervermeidungspraktiken über Transferpreise mit dem sardischen Metallproduzenten Portovesme, der von Glencore kontrolliert wird. Das Volumen der Steuervermeidung wurde am Montag in diversen Medienberichten mit 120 Millionen Euro beziffert.

Untersuchungen bestätigt

Laut Finanzpolizei wurde das Steuervermeidungssystem durch Transferpreise organisiert, wobei das Unternehmen von der Mutter mit Sitz in der Schweiz Rohmaterialien zu einem überhöhten Preis gekauft habe. Seit seiner Gründung habe das sardische Unternehmen keine Gewinne ausgewiesen, sondern nur Steuerverluste. Glencore bestätigte am Montag in einer Stellungnahme, dass die zwischengesellschaftlichen Transaktionen Gegenstand einer Untersuchung der italienischen Steuerbehörden sind. Das Unternehmen hält aber gleichzeitig fest, dass sämtliche Transaktionen in Übereinstimmung mit der geltenden Gesetzgebung stattgefunden hätten. Portovesme arbeite eng mit den Behörden zusammen, um einen raschen Abschluss der Untersuchungen zu ermöglichen, so Glencore.

Interessanter Wert

Ohnehin stehen die Rohstoffaktien in der laufenden Woche unter Druck. Kein Wunder, dass diese Meldung von den Börsianern alles andere als positiv aufgenommen wurde. Die Aktie von Glencor-Xstrata verliert am Dienstag knapp fünf Prozent auf 3,53 Euro. Dabei wurde auch die wichtige Unterstützung bei knapp 3,60 Euro nach unten durchbrochen. Vor einem Neueinstieg sollten Anleger deswegen ein positives Signal abwarten. Nichtsdestotrotz sollten Investoren, die sich im Rohstoffsektor engagieren wollen, den Wert auf die Watchlist legen. Im Falle einer Erholung der Branche, dürfte der Titel mit zu den Gewinnern zählen.

Mit Material von dpa-AFX.

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