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Glatte Abfuhr für Novartis

Die US-amerikanische Biotech-Schmiede Chiron wehrt sich gegen die Akquisitionspläne des Konkurrenten Novartis. Die Anleger reiben sich schon die Hände, denn jetzt könnte ein heißer Übernahmekampf bevorstehen.

Die US-amerikanische Biotech-Schmiede Chiron wehrt sich gegen die Akquisitionspläne des Konkurrenten Novartis. Die Anleger reiben sich schon die Hände, denn jetzt könnte ein heißer Übernahmekampf bevorstehen.

Von Anja Weingran

"Unzureichend" war die knappe, aber recht deutliche Antwort des Chiron-Boards auf die Übernahmeofferte des Konkurrenten Novartis. Der Schweizer Pharmakonzern, mit einem Anteil von 42,2 Prozent bereits seit zehn Jahren Hauptaktionär bei Chiron, will sich die verbleibenden 58 Prozent für 4,5 Milliarden Dollar einverleiben.

Kaufpreis zu niedrig

Für das amerikanische Biotech-Unternehmen ist das Angebot "schlichtweg inakzeptabe", obwohl es mit 40 Dollar pro Chiron-Anteil bereits einen zehnprozentigen Aufschlag auf den Schlusskurs enthält. Für Novartis würde sich die Übernahme auf jeden Fall lohnen, denn dadurch erhielten die Eidgenossen einen Zugang zum schnell wachsenden Impfstoffmarkt. GlaxoSmithKline, einer der weltweit größten Impfstoffhersteller prognostiziert dem Markt bis 2015 eine Vervierfachung des Volumens auf bis zu 43 Milliarden Dollar.

Angekratztes Image

Chirons bis dato makelloses Image hatte im vergangenen Jahr einiges von seinem Glanz eingebüßt. Wegen Produktionsproblemen in zwei europäischen Werken verschlechterte sich der Gewinn 2004 von 304 auf 156 Millionen Dollar. In Großbritannien war dem Unternehmen sogar die Lizenz für drei Monate entzogen worden. Die FDA hat aber bereits bestätigt, dass Chiron pünktlich zur Grippesaison 2005/06 wieder Impfstoffe liefern kann.

Übernahmefantasie treibt Kurs

Die Chiron-Aktie ist nach den jüngsten Problemen im Unternehmen stark gefallen und aktuell günstig zu haben. Novartis hat das erkannt, jedoch ging die Rechnung des Pharmakonzerns nicht auf und man wird kaum um eine Nachbesserung herum kommen. Sollten die beiden Konzerne jedoch keine schnelle Einigung finden, wird ein harter Übernahmekampf bevorstehen. Das dürfte dann allerdings nur Chiron-Aktionäre freuen, denn die Übernahmefanfantasie wird den Kurs des Unternehmens weiter in die Höhe treiben.

 

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