GK Software
- Michael Schröder - Redakteur

GK Software-Vorstand: "Wir stehen erst am Anfang der mobilen Revolution"

GK Software profitiert von den verstärkten IT-Investitionen des Einzelhandels. Im abgelaufenen Jahr konnte die Gesellschaft die Umsätze nach vorläufigen Zahlen zum achten Mal hintereinander im zweistelligen Bereich erhöhen. Mit einem 2012er-KGV von 13 ist die Aktie angesichts der hohen Wachstumsraten alles andere als teuer. DER AKTIONÄR fragte nach!

Im Hintergrundgespräch erklärt Rainer Gläß, Gründer und Vorstandsvorsitzender der GK Software AG, was die Wachstumstreiber für sein Geschäft sind, welche Rolle der Partner SAP spielt und wo er die Gesellschaft, die der AKTIONÄR am Freitag als Tipp des Tages vorgestellt hat, in drei Jahren sieht.

DER AKTIONÄR: Herr Gläß, ungeachtet der gesamtwirtschaftlichen Verwerfungen hat sich der deutsche Einzelhandel in den letzten Jahren solide entwickelt. Für 2011 rechnet der Fachverband HDE mit einem Umsatzwachstum von drei Prozent auf 417 Milliarden Euro. Was macht den deutschen Einzelhandel so stark?

Rainer Gläß: Die Rahmenbedingungen in Deutschland waren - ungeachtet der allgemein unsicheren weltwirtschaftlichen Lage - im letzten Jahr sehr gut. Die Zahl der Arbeitslosen ist langfristig zurückgegangen, die Verbraucherstimmung blieb positiv und viele Einzelhändler sind mit innovativen Konzepten intensiv auf ihre Kunden zugegangen. Und die Zeichen stehen gut, dass auch 2012 wieder ein starkes Jahr für den Einzelhandel werden kann.

Wie kann die GK Software AG davon profitieren?

Der Einzelhandel investiert im Schnitt rund 1,5 Prozent seiner Umsätze in IT-Projekte. Damit beleben starke Jahre häufig auch das Geschäft der IT-Lieferanten, da sie eine gute Grundlage für Investitionen sind. Erfahrungsgemäß stehen dann auch Budgets zur Verfügung, um neue, innovative Konzepte zu testen. Allerdings ist die GK Software AG von diesen Konjunkturschwankun­gen in den letzten Jahren kaum abhängig gewesen, da wir auch in Zeiten schwächerer Handelsumsätze konstant überdurchschnittlich gewachsen sind. 

Was sind die Wachstumstreiber für Ihr Geschäft?

Wir haben zum einen einen kontinuierlichen Prozess des Austauschs von Basissystemen, wie beispielsweise Kassen. Hier sind noch rund 20 Prozent aller Systeme im Markt älter als zehn Jahre. Zum anderen erleben wir gerade einen massiven Paradigmenwandel hin zu smarten mobilen Geräten. Nicht nur die Kunden drängen mit einer immer größeren Zahl von Smartphones in die Läden, auch im Einzelhandel werden diese Geräte immer wichtiger. Der iPod als mobile Kasse, das iPad als mobile Warenwirtschaft und vieles anderes mehr, werden die IT-Landschaft des Handels erweitern. Noch nie haben sich neue Geräteklassen so schnell im Handel verbreitet und wir stehen erst am Anfang der mobilen Revolution.

Was können Sie tun, um Ihre Referenzkundenbasis und Ihre Marktanteile weiter auszubauen?

Die Grundlage für den Gewinn von neuen Projekten sind marktführende Lösungen, erfolgreiche Projekte und permanente Innovationen. Das sind die USPs der GK Software AG, die uns vom Markt auch so widergespiegelt werden. Dazu erschließen wir uns neue Marktsegmente - wie beispielsweise den Bereich der Handelswaagen -, die große neue Potenziale für uns bieten. Neben unserem einzigartigen Produktportfolio sehen wir in der Internationalisierung und dem Vertrieb durch SAP die stärksten Treiber für unser Wachstum.

Wie beurteilen Sie das Partnergeschäft mit SAP?

Die Entwicklung in diesem Bereich sehe ich mit großer Freude. Vor neun Monaten hat die SAP beschlossen, den Vertrieb in der D-A-CH-Region aufzunehmen, und bereits jetzt wurden über diesen Kanal zwei große internationale Projekte - davon eines in der Schweiz - gewonnen. Vor allem für die Beschleunigung unserer Internationalisierung sehen wir die Partnerschaft mit SAP als einen hervorragenden Katalysator.

Wie begegnen Sie den Spekulationen, dass es SAP bei der Vertriebskooperation nicht belassen wird, sondern dass es auch zu einer kapitalmäßigen Verflechtung kommen könnte?

Das ist eine Frage, die Sie in erster Linie der SAP stellen müssten. Wir haben uns bereits in der Vergangenheit nicht zu Spekulationen geäußert und können und wollen das auch in Zukunft nicht tun. Wir sind aus eigener Kraft in den letzten Jahren kontinuierlich jährlich zweistellig gewachsen und wir sehen gerade jetzt das Potenzial, unsere Erfolgsgeschichte - an deren Beginn wir uns sehen - fortschreiben zu können.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind sie wieder deutlich gewachsen. Wie sehen die mittelfristigen Prognosen aus?

Wenn wir weiter organisch wachsen, werden wir auch in den nächsten Jahren mit ähnlichen Prognosen arbeiten können. Dazu kommt das immer stärker in Fahrt kommende SAP-Geschäft, das wir gegenwärtig in seiner Bedeutung noch nicht abschätzen können. Und letztendlich prüfen wir natürlich permanent, ob es Möglichkeiten gibt, neue Märkte auf dem Weg von Akquisitionen zu erschließen.

Zum Abschluss: Wo sehen Sie die Gesellschaft in drei Jahren?

Wenn Sie mir diese Frage vor drei Jahren gestellt hätten und ich Ihnen die heutige Situation beschrieben hätte, wären unsere Pläne sicher als sehr ambitioniert erschienen. Ich bin der Überzeugung, dass die GK Software AG nach wie vor ein sehr hohes Potenzial hat, aus eigener Kraft und gemeinsam mit Partnern zu wachsen. In drei Jahren wird sich der Anteil unserer internationalen Kunden deutlich erhöht haben und es werden mit Sicherheit auch weitere Einzelhändler dabei sein, die zu den TOP 20 weltweit gehören. Wir werden mit weiteren Produktinnovationen neue Trends gesetzt haben und unsere Lösungen werden auf allen Kontinenten vertreten sein. Sowohl als Vorstand als auch als Aktionär hoffe ich, dass sich dies dann auch in der Bewertung der GK Software AG widerspiegeln wird.

Vielen Dank für das Gespräch.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Powered by DAF

Mehr zum Thema:

| Markus Horntrich | 0 Kommentare

GK Software: "Wir wollen Maßstäbe setzen!"

Neue Aufträge, eine starke Entwicklung im Ausland, Kooperationen mit IBM und SAP - der Softwareanbieter GK Software produziert gute Nachrichten wie am Fließband. DER AKTIONÄR konnte sich mit Finanzvorstand André Hergert über die vergangenen Monate und die Zukunft von GK Software unterhalten. mehr
| Markus Horntrich | 0 Kommentare

Trading-Tipp GK Software: Vor Kursschub

GK Software (WKN 757142) dürfte nach einer längeren Seitwärtsbewegung vor einem neuen Kursschub stehen. Charttechnisch könnte bald ein erstes Kaufsignal folgen. Zudem sollten weitere positive Nachrichten im Hinblick auf neue Aufträge für Kursfantasie sorgen. mehr
| Norbert Sesselmann | 0 Kommentare

Musterdepotwert GK Software mit Rekordergebnis

Die Aktie von GK Software kommt heute so richtig in Schwung. Und das nicht ganz ohne Grund. Der Softwarespezialist konnte trotz Wirtschaftskrise im abgelaufenen Geschäftsjahr das beste Ergebnis seiner Unternehmensgeschichte einfahren. Die Zukunftsaussichten bleiben auch weiterhin vielversprechend. mehr
| Markus Horntrich | 0 Kommentare

GK Software: "TÜV-Plakette durch SAP"

Bei einem geschätzten Umsatz von knapp 20 Millionen Euro ist die Softwarefirma GK Software angesichts eines Börsenwerts von fast 68 Millionen Euro nicht gerade billig. Im Hintergrundgespräch mit dem AKTIONÄR verrät Finanzchef André Hergert, was noch in dem Wert steckt. mehr