GK Software
- Markus Bußler - Redakteur

GK Software AG: Weiter Erfolge aus der Kooperation mit SAP erwartet

Bei einem Umsatzwachstum im ersten Quartal 2012 von elf Prozent auf 7,45 Millionen Euro (6,72 Millionen Euro in Q1/2011) hat der Innovationsführer für Einzelhandelssoftware, die GK Software AG, ihren Wachstumspfad der letzten Jahre in vollem Umfang beibehalten. Der Gewinn je Aktie hat sich in den ersten drei Monaten mit 63 Cent fast verdoppelt.

DER AKTIONÄR spricht mit Finanzvorstand André Hergert über das starke Ertragswachstum, neue Projekte und  die Zusammenarbeit mit dem Softwareriesen SAP.

DER AKTIONÄR: Herr Hergert, worauf ist der Sprung im Ergebnis je Aktie zurückzuführen?

André Hergert: In der Tat war das erste Quartal 2012 für die GK Software AG wiederum ein sehr erfolgreiches. Wir haben den Umsatz erneut deutlich gesteigert und unsere Zielstellungen für den Zeitraum erreicht. Zum starken Anstieg des Gewinns pro Aktie trugen auch steuerliche Sondereffekte bei, wie z.B. Steuervorauszahlungserstattungen für das Vorjahr.

GK Software hat im ersten Quartal 2012 eine EBIT-Marge von 18,5 Prozent erreicht, hat jedoch im Gesamtjahr 2011 21 Prozent erzielen können. Ist dies saison- oder abrechnungstechnisch bedingt?

André Hergert: Die GK Software AG hat nie einen gleichmäßigen Geschäftsverlauf über alle Quartale, da wir neben dem Lizenzgeschäft auch stark im Projektgeschäft tätig sind und Zahlungen häufig an Meilensteine gebunden sind. Aufgrund von Projektverläufen war in den letzten drei Jahren jedoch vor allem das vierte Quartal besonders stark und hat die EBIT-Marge dementsprechend beeinflusst.

GK Software ist ja für betont konservative Prognosen bekannt und verspricht für das Gesamtjahr „nur" eine EBIT-Marge von 18,5 Prozent. Ist das nicht etwas zu tief gestapelt? Der Aktienkurs könnte derzeit durchaus einige neue Impulse gebrauchen.

André Hergert: Wir haben in unserer Prognose für das Gesamtjahr eine EBIT-Marge von 18 bis 20 Prozent ausgewiesen und sehen uns auch durch zahlreiche Gespräche mit unseren Investoren darin bestätigt, solide Vorhersagen zu treffen, die durch Auftragseingänge und die Vertriebspipeline ausreichend gestützt werden. Der Kurs der GK-Aktie wird ohnehin nicht allein durch unseren Geschäftsverlauf geprägt, sondern auch durch vielfältige Faktoren wie die gesamtwirtschaftliche Lage aber z.B. auch das Sentiment gegenüber Anlagenklassen usw., auf die wir keinen Einfluss haben.

Welche Trends in Ihrer Produktentwicklung werden im laufenden Jahr die Wachstumstreiber sein?

André Hergert: Wir sind mit unseren Lösungen sehr gut für die Anforderungen der nächsten Jahre aufgestellt und gehen davon aus, mit unseren klassischen Produkten ebenso wie mit den neuen mobilen Lösungen für Kasse und Warenwirtschaft sowie für offene PC-Waagen neue Aufträge generieren zu können. Darüber hinaus werden in unserem Futurelab permanent neue Themen getestet, damit wir auch zukünftig die technologischen Trends im Einzelhandel bestimmen können.

Welche neuen Produkte führen Sie bei dem Schweizerischen Einzelhandelsunternehmen Valora Retail ein, das Sie zusammen mit Ihrem Vertriebspartner SAP kürzlich gewinnen konnten?

André Hergert: Bei Valora Retail hat die SAP unsere Kassenlösung platzieren können und damit erstmalig einen Auftrag gewonnen, in dem unsere Lösungen nicht im Verbund mit weiteren SAP-Produkten verkauft worden sind. Dies zeigt, dass der SAP-Vertrieb in Zusammenarbeit mit unseren Spezialisten unsere Produkte auch außerhalb größerer Lösungsbundles erfolgreich anbieten kann.

Wie zufrieden sind Sie insgesamt mit der Zusammenarbeit mit SAP und wann werden Sie mit SAP voraussichtlich den ersten Kunden in Nordamerika gewinnen können?

André Hergert: Die Zusammenarbeit mit der SAP gestaltet sich außerordentlich gut. Wir haben international abgestimmte Vertriebskonzepte und arbeiten in den jeweiligen Vertriebssituationen hervorragend zusammen. Wir erwarten aus der Partnerschaft weitere Erfolge, ohne dass wir dabei bereits konkret werden können und dürfen.

Welche neuen Projekte stehen dieses Jahr auf der Agenda?

André Hergert: Unsere Vertriebspipeline ist sehr gut gefüllt und die Situation des Handels in den entwickelten Volkswirtschaften bessert sich gegenwärtig - in Deutschland haben wir ohnehin eine starke Entwicklung des Einzelhandels im letzten Jahr gesehen und die Prognosen für 2012 sind ebenfalls positiv. Daher gehen wir davon aus, auch in diesem Jahr sowohl mit unserem Direktvertrieb als auch mit unseren Partnern neue Projekte zu gewinnen.

Welchen Free-Cashflow wollen Sie in diesem Jahr erarbeiten und werden Sie im laufenden Jahr voraussichtlich die von den Analysten avisierten 37,5 Millionen Euro Umsatz (32,5 Millionen) und 3,20 Euro (2,72 Euro) erreichen können?

André Hergert: Wir gehen unverändert davon aus, dass wir unseren Umsatz auch 2012 zum achten Mal in Folge steigern können. Eine Prognose in Form von konkreten Zahlen können wir zum jetzigen Zeitpunkt des Geschäftsjahres jedoch noch nicht geben.

Was macht Ihnen in Ihrer täglichen Arbeit am meisten Spaß?

André Hergert: Ich bin jetzt seit rund fünf Jahren für die GK Software AG tätig, zunächst als externer Berater dann als Finanzvorstand. In dieser Zeit hat das Unternehmen seinen Umsatz verdreifacht und dabei sehr profitabel gearbeitet. Für einen Kaufmann macht schon allein der Blick auf diese Entwicklung viel Spaß. Darüber hinaus konnte ich als Verantwortlicher für das Personal sehen, wie an unseren verschiedenen Standorten in Deutschland und im Ausland unsere jungen, motivierten Teams kontinuierlich wuchsen und zahlreiche komplexe Aufgaben erfolgreich meisterten. Diese außerordentliche Erfolgsgeschichte an verantwortlicher Stelle begleiten zu dürfen, macht für mich einen wesentlichen Teil des Reizes meiner Funktion bei der GK Software AG aus.

Herr Hergert, wir danken Ihnen für das Interview.

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