- DER AKTIONÄR

Gigamedia - Unschuldig verurteilt

Der taiwanesische Internetdienstleister Gigamedia hat 2004 erstmals einen Gewinn erwirtschaftet. Der Aktienkurs stürzte nach Vorlage der jüngsten Quartalszahlen aber ab. Lohnt jetzt der Einstieg?

Der taiwanesische Internetdienstleister Gigamedia hat 2004 erstmals einen Gewinn erwirtschaftet. Der Aktienkurs stürzte nach Vorlage der jüngsten Quartalszahlen aber ab. Lohnt jetzt der Einstieg?

Von Martin Weiss

In Taiwan gibt es rund sieben Millionen Haushalte, von denen die überwiegende Mehrzahl über einen Kabelanschluss verfügt. Perfekte Voraussetzungen also für ein flächendeckendes Breitband-Internet. Das dachte sich 1997 auch Raymond Chang, als er Gigamedia gründete. Acht Jahre nach der Firmengründung ist aus dem einfachen Internet-Service-Provider ein profitabel wirtschaftendes Medienunternehmen geworden, das neben ultraschnellen, bis zu sechs Megabit schnellen Internetzugängen auch Musik-Stores unterhält und darüber hinaus Software für Online-Casinos entwickelt. Vor allem der letztgenannte Geschäftsbereich entwickelt sich dabei hervorragend und verschafft dem Aktienkurs Fantasie.

Historisches Ergebnis

Im Juni meldete Gigamedia für 2004 erstmals in der Firmengeschichte einen Gesamtjahresgewinn. Der Profit erreichte 1,7 Millionen Dollar, nach einem Verlust von 14,1 Millionen Dollar 2003. Der Umsatz stieg von 95,3 Millionen um fünf Prozent auf 99,8 Millionen Dollar. Der im Verhältnis zum Gewinnwachstum unterdurchschnittliche Zuwachs bei den Erlösen resultierte aus dem schwachen Geschäftsverlauf der Musiksparte im vierten Quartal. In diesem Bereich beliefen sich die Umsätze auf 14,5 Millionen Dollar, ein Minus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Musikindustrie in Taiwan leidet ebenso wie in anderen Märkten unter Raubkopien und dem Trend hin zu legalen Internet-Downloads.

Hoffnungsträger Online-Gaming

Während das Geschäft mit Breitband-Internet-Zugängen zuletzt stagnierte, erwies sich der Zukauf von Grand Virtual, einem Entwickler von Online-Glücksspielen, im April 2004 als Glücksgriff. Bei Umsätzen von 6,8 Millionen Dollar im vierten Quartal erwirtschaftete die Sparte einen Gewinn von zwei Millionen Dollar. "Das rasante Wachstum bei Internet-Glücksspielen sollte die Probleme, mit denen wir in den anderen Sparten zu kämpfen haben, abfedern", sagte Vorstandschef Arthur Wang bei der Vorlage der Geschäftszahlen. Im ersten Quartal warf die Gaming-Sparte einen Profit von 1,2 Millionen Dollar ab und sicherte Gigamedia damit einen soliden Start ins neue Geschäftsjahr. Insgesamt setzte die Firma in den drei Monaten bis Ende Juni 25,6 Millionen Dollar um und erzielte dabei einen Nettogewinn von einer Million Dollar. Zu wenig für die Anleger, die auf einen höheren Profit spekuliert hatten und ihre Papiere nach der Veröffentlichung in den Markt warfen. Der Kurs schmierte daraufhin um 20 Prozent auf 2,12 Dollar ab.

Aktien klar unterbewertet

Der Ausverkauf der Aktien war völlig überzogen und bietet risikofreudigen Anlegern ein tolles Einstiegsniveau. Gigamedia wird 2006 voraussichtlich 120 Millionen Dollar erlösen und dabei einen Gewinn pro Aktie von 0,18 Dollar erzielen. Zieht man den Cashanteil vom Börsenwert ab, wird die Firma mit gerade einmal mit 60 Millionen Dollar bewertet. Das 06er-KGV beträgt noch nicht einmal 12. Kaufen!

 

Gigamedia

 

ISIN SG9999000137
Kurs am 01.08.2005 1,64€
Empfehlungskurs 1,70€
Ziel 3,40€
Stopp 1,36€
KGV 06e 11
Chance/Risiko 5/4

Artikel aus DER AKTIONÄR (31/05).

 

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