E.on
- Maximilian Völkl

Top-Verlierer E.on: Gewinnwarnung bei SSE – das steckt hinter dem Rückschlag

Die E.on-Aktie führt am Mittwoch die Verliererliste im DAX an. Zwei Gründe sorgen für das deutliche Minus beim Versorger. Einerseits bringt eine Abstufung Druck auf die Aktie, andererseits sorgt eine Gewinnwarnung des britischen Versorgers SSE für schlechte Stimmung.

Wegen des trockenen, warmen Wetters sowie hoher Gaspreise hat SSE mitgeteilt, dass der Versorger in den ersten fünf Monaten deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben ist. Zudem belaste die geplante Deckelung der Strompreise in Großbritannien das Privatkundengeschäft. Bereits seit Langem ist das britische Geschäft von hartem Wettbewerb gekennzeichnet. Auch die deutschen Versorger klagen über Probleme im komplizierten britischen Markt.

Pikant: SSE legt derzeit Teile seines Geschäfts mit Npower, der britischen Innogy-Tochter, zusammen. Es verwundert deshalb nicht, dass E.on von der allgemein negativen Stimmung im Versorgersektor nach der Gewinnwarnung besonders stark betroffen ist. Hintergrund: Innogy soll künftig 34,4 Prozent am neuen, eigenständigen Fusionsunternehmen von SSE und Npower halten. Nach dem Mega-Übernahme von Innogy geht dieser im kommenden Jahr an E.on über.

Morgan Stanley senkt Ziel

Unabhängig von den Problemen bei SSE sieht Analyst Nicholas Ashworth die E.on-Aktie kurzfristig unter Druck. Angesichts ungünstiger Währungseffekte, des Gegenwinds im Stromgeschäft mit den Endkunden und der Unsicherheit im Nukleargeschäft hat er seine Gewinnschätzungen gekappt. Seine Einstufung lautet weiterhin „Equal-weight“, das Kursziel senkte der Experte aber von 10,50 auf 9,50 Euro.

Favorit RWE

Die Probleme in Großbritannien sind nachhaltiger Natur. Trotz der Npower-Fusion droht E.on hier noch länger Gegenwind zu verspüren, zumal man auch selbst in Großbritannien zu den "Großen Sechs" zählt, die sich den Strommarkt großteils untereinander aufteilen. DER AKTIONÄR hat zuletzt bereits empfohlen: Wer in die Versorgerbranche investieren will, sollte aktuell RWE vorziehen. Nach der Innogy-Abspaltung löst sich der Wettbewerber zudem vom schwierigen britischen Markt.

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