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Gewinnsprung

Dank eines belebten Geschäfts mit Flüssigkristallen und einer hohen Nachfrage nach dem Krebsmedikament Erbitux konnte der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck seinen operativen Gewinn im Auftaktquartal kräftig steigern.

Dank eines belebten Geschäfts mit Flüssigkristallen und einer hohen Nachfrage nach dem Krebsmedikament Erbitux konnte der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck seinen operativen Gewinn im Auftaktquartal kräftig steigern.

Von Steffen Eidam

Die Darmstädter Merck KGAA hat im ersten Quartal Umsatz und Ergebnis deutlich gesteigert. Als Wachstumstreiber haben sich hierbei das Arzneimittel Erbitux und das Geschäft mit Flüssigkristallen herauskristallisiert. "Merck hat 2005 einen guten Start vollzogen, und für den weiteren Verlauf des Jahres erwarten wir eine Fortsetzung der positiven Entwicklungen in den beiden Unternehmensbereichen Pharma und Chemie", zeigt sich Konzernchef Bernhard Scheuble optimistisch.

Guter Jahresauftakt

Der operative Gewinn nahm binnen Jahresfrist um 17 Prozent auf 198,1 Millionen Euro zu. Der Zuwachs lag allerdings etwas unter den Schätzungen der Analysten, die im Schnitt von 207 Millionen Euro ausgegangen sind. Der Konzernumsatz erhöhte sich im ersten Quartal um 7,6 Prozent auf 1,381 Milliarden Euro. Merck erwartet für das Gesamtjahr 2005 im Konzern ein Umsatzwachstum im einstelligen Prozentbereich, vorausgesetzt die ungünstigen Währungseffekte vergrößern sich nicht. Große Hoffnungen setzt Merck auf das Medikament Erbitux, das zur Behandlung von fortgeschrittenem Darmkrebs eingesetzt wird. Allein im ersten Quartal spielte Erbitux einen Erlös von 42 Millionen Euro ein (+ 17 Prozent zum Schlussquartal 2004).

Flüssigkristalle im Blickpunkt

Auch in der Sparte Chemie konnten die Darmstädter ein Umsatzplus von 7,5 Prozent auf 146 Millionen Euro ausweisen. Hier ist es vor allem das Geschäft mit Flüssigkristallen hervorzuheben. Als Weltmarktführer profitiert Merck unter anderem von der starken Nachfage nach Flachbildschirmen und Handy-Displays. Im vergangenen Jahr erzielte Merck eine Umsatzrendite von mehr als 51 Prozent in diesem Geschäft. Dennoch zeigt sich die Landesbank Rheinland-Pfalz in einer ersten Stellungnahme enttäuscht: Der Bereich Flüssigkristalle "macht noch immer eine Pause.". Man werde das Kursziel demnächst überarbeiten, an der "Marketperformer"-Bewertung ändert sich aber nichts.

Keine Verschiebung

Die Merck KGaA will an ihrem Zeitplan für die EU-Zulassung von Erbitux in der Indikation für Kopf- und Nackenkrebs festhalten. Merck plant nach wie vor, die Zulassung in Europa Mitte 2005 zu beantragen. Zuvor hatten Imclone und Bristol-Myers ihren erweiterten Zulassungsantrag verschoben. Die Unternehmen bräuchten mehr Zeit, um eine Studie auszuwerten.

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